Gereifter Sizilianer – Relaunch

Jetzt ist tatsächlich noch ein Flasche

2006er [Cuvée] – Benuara – Sicilia IGT, Cusumano, Sicilia

aufgetaucht; ich dachte eigentlich, die letzte Flasche wäre vor über zwei Jahren vernichtet worden. Aber diese hier fand sich noch in einem anderen Keller…

Sehr dunkles und kaum transparentes Granatrot mit leicht braunen Rändern im Glas, in der Nase Weichseln, etwas Staub, leicht süßliche Holznote mit Kakaoanteilen. Am Gaumen sehr samtige Tannine, kaum Adstringenz, wenig Frucht, etwas angekokelte Spanplatte mit Rauch sowie angesetztes Chilli con Carne, nach einiger Zeit auch etwas Grapefruit mit deutlichem Bitterchen. Der Abgang ist recht lang und deutlich kalt-rauchig-fleischig.

Der Benuara ist nunmehr recht kantig-mineralisch und befindet sich wohl deutlich auf dem absteigenden Ast, ist aber durchaus noch gut zu trinken, wenn man’s etwas ruppiger auch mag…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 15 von 25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 31. August 2015:

In meinem Keller gibt es auch ein paar Flaschen Sizilianer älteren Datums, bei denen ich mir jetzt gedacht habe, daß die auch langsam mal „weg“ müssen. Den Anfang dieser Säuberungsaktion macht jetzt mal der

2006er [Cuvée] – Benuara – Sicilia IGT, Cusumano, Sicilia

Cusumano ist mittlerweile zu einem der größten Weinproduzenten auf Sizilien aufgestiegen, dennoch kann man auch die einfacheren Weine nicht als Massenware einstufen. Selbst in der untersten Preiskategorie findet man durchaus Eigenständigkeit in der Flasche. Der Benuara stammt aus dem preislichen Mittelfeld und ist eine Cuvée aus Nero d’Avola und Syrah, im großen Holzfaß vergoren und anschließend im Barrique ausgebaut.

Im Glas zeigt der Benuara immer noch eine sehr frische, tief dunkelrote Farbe ohne jegliche Braunfärbung. In der Nase überwiegen jedoch die Aromen nach Paprika, Leder, etwas Rauch, braune Gewürze, die Fruchtaromatik verbirgt sich ein bißchen im Hintergrund, man kann aber mit ein bißchen Konzentration viele dunkle Beeren und Steinobst entdecken. Auch am Gaumen dominiert die Sekundäraromatik, dabei ist schwer zu ergründen, was nun aus der Reifung herrührt und was dem Ausbau im Barrique geschuldet ist. Ich habe in Erinnerung, daß der Wein in frühen Jahren anfangs doch aufgrund seiner reichhaltigen Tanninstruktur etwas angriffslustig am Gaumen war. Davon ist aber nichts mehr übrig. Trotz geringer Säure ist der Wein sehr geschmeidig, fast samtig am Gaumen. Die immerhin 14,5 Umdrehungen machen sich nicht hemmend bemerkbar. Langer, ledriger Abgang.

Sehr viel Wein für wenig Geld. Mir persönlich hat er in diesem Stadium sehr gut gefallen, diejenigen, die doch eher die fruchtige Seite bevorzugen, sollten beim Benuara nicht so lange warten, wie ich es in diesem Fall getan habe.

Meine Wertung: 2 von 3

2 comments on “Gereifter Sizilianer – Relaunch

    • Vielen Dank für den Hinweis!
      Ich würde dann aber eher beim Sagana zuschlagen, den gibt’s da auch günstiger. Allerdings liegen noch ein paar Saganas und Noas im Keller, deshalb würde ich bei Cusumano derzeit eher zu den weißen Tröpfchen tendieren
      VG Erich

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