Rieslingnon – Relaunch

Heute war wieder Relaunch-Tag, wieder war ein Weinchen dran, welches seit der letzten Opferung gut zwei Jahre Zeit zur Besinnung hatte:

2013er Riesling – Pitzon – Südtirol DOC, Nals-Margreid, Südtirol

Die Farbe ist ein schon recht goldiges Goldgelb, für die Nase gibt’s angereifte Riesling-Aromatik mit reifer Ananas aus Zanzibar, einigen Orangenschalen, etwas Lavendelhonig und aufkommender Phenolik. Geschmacklich ebenfalls recht dicht, aber nicht klebrig; die Säure sorgt trotz -angenehmer- Cremigkeit für guten Fluß. Mit der Phenolik kommen auch ganz leicht Tabak- und Bakelitnoten mit. Der nicht ganz kurze Abgang verbindet die cremig-reif-süße Frucht mit einem leichten Chinin-Bitterchen und etwas kantig-herber Salzfracht.

In Südtirol reifen die wenigen dort angebauten Rieslinge wieder ganz anders, als man das hierzulande so kennt. Die Zutaten sind zwar alle bekannt, aber irgendwie doch ganz anders verteilt. Aber der „Pitzon“ hat sich der uns etwas bekannteren Stilistik nun schon angenähert, die deutlichen Sauvignon-Noten, die dieser Riesling vor 2 Jahren noch hatte, sind zur Gänze Geschichte. Hat nicht nur deshalb einen recht eigenen Kopf und macht einigen Spaß, sofern man mit der Abgangsmineralik klar kommt.

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 20/25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 14. Februar 2016:

Neulich gab es ja schon mal einen Riesling aus Südtirol, jetzt mußte ich mal wieder so ein eher seltenes Gewächs aus dieser Region aus dem Regal ziehen:

2013er Riesling – Pitzon – Südtirol DOC, Nals-Margreid, Südtirol

Der Pitzoner Riesling wächst auf Moränenboden mit Spuren von Urgestein in der Nähe von Nals und wurde im Stahl ausgebaut.

Im Glas zeigt sich ein schönes Goldgelb mit leichter Tendenz ins Bräunliche. In der Nase nicht aufdringlich, aber doch recht bestimmt eine typische Sauvignon-Aromatik. Heu und Stachelbeere, wie man sie von einem Riesling eigentlich nicht gewohnt ist. Daneben durchaus Ananas, Nektarine und grüne Äpfel, ein paar nasse Steine sind auch dabei. Am Gaumen offenbart sich der Riesling dann etwas mehr als solcher, auch wenn die oben genannten Sauvignon-Typifizierer auch dabei sind. Hier ist der Pitzon aber deutlich gelbfruchtiger, vorndran Aprikose, weiters Khaki. Der Extrakt kitzelt ein bißchen auf der Zunge, während sich eine Grapefruit mit leichtem Bitterchen etwas weiter hinten zu schaffen macht. Schöne, ausgeglichene, aber prägnante Säure, auch hier deutlich steinig. Relativ langer Abgang auf der herb-fruchtigen bis grünwürzigen Seite.

Wieder mal so ein Wein, der von Rebsorten-Typizisten möglicherweise komplett abgelehnt wird. Wenn man den Pitzon einfach für sich betrachtet, so bietet er eine generell nicht ganz alltägliche Aromenzusammenstellung, durchaus mit Wiedererkennungspotential.

Meine Wertung: 2

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