Mein erster nordhalbkugeliger 17er

Da mein Standard-Edegga eine auffällige Affinität zu den Erzeugnissen vom Juliusspital hat und ich nach dem langen Regal mit den Molkereiprodukten immer zwangsläufig an der Weinecke vorbei komme, fiel mir vor ein paar Tagen der

2017er Silvaner – Würzburger – trocken – Ortswein, Juliusspital, Franken

in die Hände. Da dachte ich mir, ich könnte doch mal einen ersten Einstieg in das neueste Weinjahr wagen; einfach nur so als grober Indikator dafür, wo die Reise mit diesem Jahr hingehen könnte. Den allerersten 17er hatte ich ja schon vor gut zwei Wochen anläßlich einer unserer Weinrunden im Glas, aber der war aus Neuseeland und zählt für mich aufgrund seiner Südhalbkugeligkeit hinsichtlich der Jahrgangsprognostik nicht so wirklich…

Die Farbe ist ein noch recht helles Goldgelb, das Bukett ist recht typisch silvanerisch mit einiger Birne und etwas Grapefruit, wirkt aber hier nicht so ganz frisch, wie ich das von einem JS-Silvaner erwartet hätte, sondern sogar fast ein bißchen dropsig. Am Gaumen ein ähnlicher Eindruck, Säure ist zwar genügend vorhanden, irgendwie paßt aber noch nicht alles so richtig zusammen, d.h. die etwas sehr reife Birne läßt sich von der Säure in keinster Weise beeindrucken und macht sich am Gaumen im wahrsten Sinne des Wortes recht breit. Muschelkalkaromen bzw. -steine findet man nur, wenn wirklich angestrengt danach sucht, auch diese werden weitgehend überdeckt. Beim Abgang dann fast das gleiche Gefühl wie beim Schlucken eines Glases Birnensaft von Rauch (welcher übrigens sehr gut ist).

Ich mag ja Birnen und dessen Aromatik sehr gerne, auch im Wein, aber beim vergorenen Traubensaft erwarte ich dann schon ein bißchen mehr. Mein erster 16er im letzten Jahr war auch dieser Wein, der hat mir damals aber deutlich mehr Freude gemacht. Natürlich ist auch dieser Silvaner nun noch deutlich zu jung, das war aber bei dem vorherigen Jahrgang auch nicht anders. Aber wenn ich nun den Vergleich zwischen den beiden Jahren anstelle, dann ist 2016 eher mein Ding als 2017. Diese Aussage ist natürlich recht gewagt angesichts nur eines Probanden, aber mal sehen, wie sich meine Erfahrungen so fortsetzen werden…

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 14/25

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