Zum 200sten Beitrag ein Hallelujah für das Hochamt 2… – Relaunch

Gestern gab’s nach knapp 1.000 weiteren Beiträgen mal wieder einen Wein, der seit der letzten Öffnung einige Zeit zum Ausruhen hatte:

2011er Grüner Veltliner – Lindobel – trocken – Kremstal DAC Reserve, Artur Toifl, Kremstal

Von diesem GV war ich seinerzeit ziemlich begeistert und habe ihn in den Rang eines der besten Grünen Veltliner, die ich bis dato im Glas hatte, erhoben. Mal sehen, was daraus bis heute geworden ist:

Die Farbe ist ein dichteres Goldgelb mit leicht zwiebeligem Einschlag, geruchlich gibt’s einiges an Pfirsich, Mirabellen, Aprikosen, Quitten und Mango, ganz leicht auch ein Weißkohlhauch, dahinter dezent etwas speckig-ledrige Würze. Geschmacklich wieder ein prall gefüllter Fruchtkorb und ganz leicht Kellertreppe. Aufgrund des recht amtlichen Extrakts stellt sich trotz der potenten Säure eine leichte Cremigkeit ein, die aber keinerlei Anstrengung verursacht. Wenn man danach sucht, findet man auch ein schönes Steinbettchen. Der Abgang ist sehr lang und dicht fruchtig, dabei aber weder kitschig noch penetrant, einfach ein Maul voll schön differenzierter, leicht herber Frucht mit einer schönen Prise Salz und ein paar dezenten, aber doch prägenden Würzefetzen.

Der GV ist jetzt einfach schön „fertig“, ohne dabei schon Anzeichen von Reife zu zeigen. Ist in sich sehr stimmig und macht trotz aller Fülle viel Spaß auf der noch beschwingten Seite. Dabei kommt es mir so vor, als wäre der Wein nun trotz aller Fülle und 14,5 PS unter der Haube leichtfüßiger unterwegs als vor knapp 3 Jahren. Nach wie vor ein recht großer Rebsortenvertreter, der sicher noch einige Jahre Potential haben dürfte.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 30. Mai 2015:

Zum 200sten Beitrag (wenn auch nicht zum 200sten Wein) mußte ich natürlich was aus meiner Sicht ganz Besonderes beschreiben:

Dazu vorweg: das „Hallelujah“ und das „Hochamt“ sind jetzt keine Begrifflichkeiten für diesen Wein, die mir selbst eingefallen sind, sondern stammen aus der sehr unterhaltsamen, aber dennoch treffenden Beschreibung dieses Weins in einem anderen Blog, über die ich letztlich erst auf diesen Wein aufmerksam geworden bin.

Dabei handelt es sich sozusagen um den großen Bruder des Standard-GV von Artur Toifl, nämlich den

2011er Grüner Veltliner – Lindobel – trocken – Kremstal DAC Reserve, Artur Toifl, Kremstal

Gleich in der Nase zeigt sich, daß man es hier nicht mit einem aromatischen Leichtgewicht zu tun hat, andererseits unterscheidet er sich aber auch sehr wohltuend von den Erstliga-GV’s anderer Kellereien, die -auch wegen des meist gewollten Einsatzes von Botrytis-Trauben- häufig für meinen Geschmack schon wieder so überfett sind, daß es nicht mehr schön ist. Artur Toifl ist es mit diesem Wein gelungen, bei aller Opulenz der Aromatik einen Wein mit unglaublicher Geschmeidigkeit zu schaffen. Auch am Gaumen sehr dichte Fruchtaromatik nach reifen Äpfeln, Birnen, Quitten, Netzmelone, aber auch Mandeln und Karamell, Nelken und Sternanis. Nicht so trocken wie die meisten GV’s, mit spürbar hohem Extrakt und immens hohem Alkoholgehalt von immerhin 14,5 PS, aber trotzdem in keiner Phase ein Wein, der einem mit der Faust ins Gesicht schlägt, wozu die fein ausbalancierte Säure einen Gutteil beiträgt.

Für mich einer der ausdrucksstärksten GV’s überhaupt, den möchte ich auch in Zukunft nicht missen! Ich reihe mich jetzt einfach mal frech in die Riege der Fortgeschrittenen ein, denn für die hat Herr Toifl den Wein nach eigenem Bekunden gemacht.

Meine Wertung: 3

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