Saxophonist im Schatten

Jazzmusiker stehen ja generell nicht so im Fokus wie andere, aber auch innerhalb dieses Genres gibt es mehr oder weniger bekannte Künstler. Nach meinem Eindruck gehört Arthur Blythe -der übrigens vor knapp einem Jahr verstorben ist- dazu, auch wenn ihm von fachkundiger Seite zugesprochen wird, daß er einer der „begabtesten und kreativsten“ Musiker seiner Zeit war. Dabei war die Spanne der Genres, in denen er gespielt hat, recht weit gespannt, auch wenn man ihn hauptsächlich dem (früheren) Avantgarde-Jazz zurechnet. Bis Ende der 70er Jahre war er „nur“ Sideman, dann nahm er auch unter eigenem Namen Alben auf. Sein drittes aus dem Jahr 1979

Arthur Blythe – Lenox Avenue -Breakdown-

ist mir eigentlich deshalb in die Hände gefallen, weil hier James „Blood“ Ulmer an der E-Gitarre seinen „No wave“ der damaligen Zeit mit einbringt. Ungewöhnlich ist auch die Besetzung, denn z.B. die Tuba von Bob Stewart bringt hier schon einiges an exclusivem Hörerlebnis mit. Das soll aber die Leistung der anderen Musiker nicht schmälern: Celil McBee (b), James Newton (fl), Jack DeJohnette (dr), Guilherme Franco (perc) und natürlich Arthur Blythe (as) sorgen hier für was gar nicht leicht einordenbares, das die Avantgarde der späten 70er aber dennoch gut abbildet, ohne dabei verwechselbar zu sein. Genau genommen passen die Musiker bzw. ihre Instrumente auf den ersten „Hör“ gar nicht so richtig zusammen, aber je länger man hinhört, desto besser gefällt einem diese stellenweise krude Mischung aus verschiedenen Grundausrichtungen der beteiligten Musiker. Jedenfalls geht’s mir so. Und: trotz Abbild seiner Zeit ist dieses Album aus meiner Sicht absolut nicht aus der Zeit, macht auch heute viel Spaß!

Meine Wertung: 3

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