Edler Feuerstein

Der Winzerhof Stahl ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Die meisten Stahl-Weine habe ich regionsmäßig bei mir unter „Taubertal“ eingeordnet, eine Region, die es offiziell so gar nicht gibt (bzw. nur „Tauberfranken“ als Unterregion Badens) und die derzeit noch in 6 Fragmenten unter Baden, Franken und Württemberg aufgeteilt ist. Völliger Blödsinn aus meiner Sicht. Aber das Gut hat mittlerweile auch einige Lagen im „klassischen“ Franken, von daher kommt z.B. der

2014er Riesling – Randerackerer Marsberg – Best of – trocken – EdelStahl – Qw, Stahl, Franken

Im Glas ein leuchtendes Goldgelb, ganz leichter Grünstich. Das Bukett ist gleich Flint und roter Phosphor pur, dahinter kann man einiges an Zitruszesten verschiedener Färbung vermuten. Am Gaumen herrscht ebenfalls klar die Mineralik über das Geschmacksbild, einige frische Zitrusnoten kommen allerdings mit der recht potenten und belebenden Säure mit; dahinter einige herbe Steine, die ich jetzt aber nicht so muschelkalktypisch finde, was dem Wein aber auch nicht zum Nachteil gereicht. Auch der Abgang ist quasi fruchtfrei, der Flint wird hier noch durch eine leichte, durchaus passende Teernote ergänzt.

Fruchtliebhaber schauen jetzt besser weg, wer solch feuersteinige Sachen generell mag, könnte dagegen begeistert sein. Vor allem gefällt mir die Kombination aus aromatischer Kargheit einerseits und der Dichte der Sekundäraromatik andererseits, denn so mancher „Steinwein“ ist vor lauter Kargheit auch in gewisser Weise farblos. Ist auch der mineralischte aller Rieslinge vom Marsberg, die mir bis jetzt untergekommen sind.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

4 comments on “Edler Feuerstein

  1. Hi Erich,
    spannend zu lesen – hätte ich Herrn Stahl (ohne seine Weine zu kennen) gar nicht zugetraut, einen weitgehend fruchtbefreiten, eher reduktiven (?) Riesling zu machen.
    Wobei diese Art von Weinen auch in der Breite immer mehr in Mode kommt…. insofern passt es vielleicht dann doch wieder 😉
    Schöne Restostern
    Patrik

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    • Hallo Patrik,
      reduktiv würde ich diesen Riesling eher nicht nennen. Geht in gewisser Weise in die Richtung, was sein Nachbar Stephan Kraemer so macht, dessen Weine sind allerdings teils noch fruchtbefreiter. Ich hatte gar nicht mit so einer Flint-Bombe gerechnet, meine Mittrinker waren erst mal etwas verschreckt, aber nach einer kleinen Eingewöhnungsphase fanden sie’s dann doch recht gut. No risk, no fun!
      Ich setze mich jetzt erst mal ein paar Tage nach Südtirol ab… 🙂

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      • Dann wünsch ich Euch viel Spaß und noch mehr spannende Wein in Südtirol:)
        Meine bessere Hälfte möchte ggf. dieses Jahr auch mal nach Südtirol – sie war da oft in der Kindheit.
        Sofern Du Tipps/Empfehlungen hast (gerne via Mail) wäre ich Dir dankbar.
        Schönen Sonntagabend & gute Reise

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