Südtiroler Gutsapfelsaft

Wenn man sich mal anschaut, mit was die agrarisch genutzten Flächen in Südtirol bepflanzt sind, dann findet man vorrangig entweder Weinstöcke oder Apfelbäume. Dann kommt erst mal nix. Dann noch ein bißchen Marillenanbau, der weit hinter den Äpfeln herhinkt, weil die halt viel aufwendiger in der Kultivierung sind und dann auch noch -ganz anders als der Apfel- viel empfindlicher sind und kaum gelagert werden können. Abseits des Weins kommt man also an den Äpfeln praktisch nicht vorbei und aus vielen wird auch vor Ort Saft gemacht. Mit Ausnahme einiger weniger exclusiver Apfelsäfte (von denen ich ja schon einige hier vorgestellt habe) sind diese aber außerhalb der Südtiroler Grenzen kaum bis gar nicht verbreitet. Wenn ich dort im Urlaub bin, ernähre ich mich -natürlich- vorwiegend regional, das fängt beim Frühstück schon an. Komischerweise gibt’s aber in vielen Hotels am Frühstücksbuffet dann nur Orangen- und Multivitaminsaft vom Discounter, auch wenn die Verpflegung dort ansonsten gar nicht schlecht ist. Deshalb habe ich mir bei meinem letzten Aufenthalt in Kurtatsch beim „Konsumverein“ einfach ein paar Flaschen

Apfelsaft – naturtrüb, Weissenhof, Südtirol

besorgt, der in Vilpian (zwischen Bozen und Meran) gekeltert wird. Anders als z.B. die „Kohl Gourmet-Säfte„, die so quasi die Ersten und Großen Lagen der Apfelsaftsparte darstellen, ist dies hier eher die Gutsapfelsaftebene bzw. eben der „Litersaft“.

Die Farbe ein leicht grünliches, trübes Zitronensaftgelb, riecht trotz deutlicher, etwas mürber Fruchtsüße recht frisch incl. ganz leichtem Zimtaroma. Am Gaumen ist die Fruchtsüße kombiniert mit der leicht cremigen Textur sehr geschmeidig, dadurch flutscht der Saft sehr schön, obwohl man die Säure eher „mild“ nennen könnte. Auch der Nachhall ist von recht dichter Frucht geprägt, ohne dabei „dick“ zu sein, man hat gut zwei bis drei Minuten was von dem recht natürlichen Apfelaroma.

Der Liter kostete beim „Konsumverein“ 2,39 Euronen, das ist natürlich teurer als die üblichen Apfelsäfte im Supermarkt, ist dafür aber auch deutlich besser. Andererseits kostet er weniger als die Hälfte dessen, was die oben verlinkten Edel-Säfte kosten, ist aber deutlich mehr als halb so gut. Über’s PLV kann man also nicht meckern. Und: gerade wenn’s warm ist, würde ich diesen Saft so manchem dickeren Edelsaft klar vorziehen, im Winter schaut’s dann allerdings wieder anders aus.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3

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