Der mit der Eule… – Nachtrag

Heute war schon wieder mal Südtirol dran. Ist auch nicht verwunderlich, schließlich stammen aktuell 22,97 % aller Flaschen in den Regalen aus dieser Region, das ist Platz 1 in meiner persönlichen Keller-Hitliste. Der Grund für diese Häufung ist einfach die Tatsache, daß sich die Gegend für uns (kurz-) urlaubstechnisch so schön anbietet und dann auch immer wieder was entdeckt wird. Die meisten Südtiroler Sachen habe ich also vor dem Erwerb probiert, aber manchmal verirrt sich auch ein Blindkauf aus der Ecke zu mir, so wie der

2014er Weissburgunder – Berg – Südtirol Terlaner DOC, Niedrist, Südtirol

Die Farbe ist recht helles Strohgelb mit grünen Schimmern, dementsprechend zeigt sich der „Berg“ auch recht hellfruchtig: Williams-Birne, Holunder, Gala-Melone. Am Gaumen zeigen sich die gleichen Früchte in ordentlicher Konzentration, hier kommt mit der nicht zur Übertreibung neigenden, aber dennoch effektiven Säure noch einiges an Limetten mit. Nasse Steine gibt’s auch, allerdings nicht im Überfluß. Der Abgang ist ebenfalls vorwiegend hellfruchtig, hier zeigt sich im Finale ein kleines „Süßeschwänzchen“ (ich verwende hier ganz bewußt nicht das Wort „Zuckerschwänzchen“), welches aber mit einer kleinen Rauchschwade auf der angenehmen Seite gehalten wird.

Gerade Holunder ist bei mir in der Regel eine eher problematische Aromakomponente, denn solche Weine neigen nach meinem Gefühl häufig zu einer speziellen Art der Breite und / oder Klebrigkeit. Hier erfolgt der Umgang mit dieser Frucht allerdings in einer Weise, die mich nicht abschreckt. Dennoch nicht gerade meine Lieblingsaromenkombination, ich muß aber zugestehen, daß der WB ganz objektiv betrachtet (soweit das überhaupt geht) recht gut gemacht ist. Gemäß meinen persönlichen Vorlieben aber „nur“

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 17/25

Nachtrag nach 48 Stunden mit Luft: Das bißchen Ruhe mit Luft hat dem Weißburgunder in meinem Sinne recht gut getan. Der Holunder ist praktisch vollständig einer nun etwas reiferen, aber durchaus frischen Birne gewichen, die Gala-Melone wurde zur saftigen Honigmelone umgebaut. Auch die Süße-Säure-Struktur ist jetzt etwas „runder“, der insgesamt erstarkte Extrakt führt zwar im Ansatz zu einer leichten Cremigkeit, der Fließfähigkeit des Weins tut das aber keinen Abbruch. Schöne Entwicklung!

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 18/25

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