Kollmütz, nicht Kollmitz!

In der Wachau gibt es tatsächlich zwei unterschiedliche Lagen namens „Kollmütz“ und „Kollmitz“, zuerst dachte ich bei den Weinen, die ich vom Gut Machherndl gekauft habe, daß sich bei einer Variante ein Schreibfehler eingeschlichen hätte. Aus der Lage „Kollmitz“ habe ich noch einen GV im Keller, gestern stand uns aber als Zweitwein der Sinn nach Riesling, deshalb gab’s den

2015er Riesling – Kollmütz – trocken – Smaragd, Machherndl, Wachau

Im Glas ein etwas helleres Goldgelb, das Bukett zeigt nach einer kleinen Gedenkminute dicht und doch filigran wirkend gelbe und orange Zitrusfrucht gepaart mit einer zurückhaltenden, aber prägenden Flintnote. Geschmacklich gibt’s recht opulent -aber dennoch frisch anmutend- leicht kandierte Zitrusfrucht incl. derer Schalen, dem steht eine recht fetzige Säure gegenüber, die durch den Extrakt leicht, aber nicht zuviel gezähmt wird. Im Hintergrund dann noch eine dezent herbe Steinkulisse. Der Nachhall wird wieder durch die satte, aber frische und etwas herbe Zitrusfrucht geprägt, reicht locker für 5 Minuten guten Rachengefühls.

Im Gegensatz zu manch anderem Smaragd ist dieser Botrytis-abstinente Riesling von einer wohltuenden Balance zwischen ordentlichem Zitrusextrakt und animierender Säure geprägt. Fett und schlank zugleich; ich mag solche Weine, die vordergründige Gegensätze in sich vereinen.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25

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3 comments on “Kollmütz, nicht Kollmitz!

  1. Das Weingut bzw. den Winzer assoziiere ich mit „jung“ und „wild“. Ich hatte aber selbst bislang noch nichts im Glas von Machherndl. Im Juli fahre ich für ein paar Tage in die Wachau, dann versuche ich das nachzuholen. Wo lag denn der Kollmitz etwa preislich?

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      • Hallo, beide Weine haben in München im Fachhandel 18,50 Euronen / Flasche gekostet, für Smaragde also ein noch ganz ziviler Preis…
        Anders als einige der anderen „wilden“ Wachauer ist dieses Gut Mitglied der „Vinea Wachau“, setzt sich aber stilistisch doch wohltuend von so manchem traditionell -eher in die fette Richtung- arbeitendem Club-Weingut ab.

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