250 – Schon wieder ein Jubiläum! – Relaunch

Nein, heute kein Jubiläum diesmal, „nur“ ein Relaunch. Was ist sonst passiert? Es ist jetzt vorbei mit der Spargelzeit! Zumindest bei unserer Eierfrau (die u.a. auch Spargel hat) gab’s nun den finalen Spargel für dieses Jahr, dazu habe ich diesmal einen etwas älteren Silvaner -bzw. in diesem Fall Sylvaner- erneut aus dem Keller geholt:

2008er Sylvaner – Rödelseer Küchenmeister – trocken – Kabinett – QmP, Weltner, Franken

Das Goldgelb ist nach wie vor recht kräftig, für die Nase gibt’s wieder viel gelbe Frucht, wobei die sich zuletzt vor 2 ½ Jahren zeigende Palette (Quitte, Pfirsich und rote Eßbanane) im wesentlichen bestätigt, auch Leder und Tabak spielen noch ein bißchen mit, ein paar getrocknete Kräuter wie Beifuß finde ich zusätzlich noch. Am Gaumen dann aber etwas anders als unten beschrieben: leicht rauchig-teerige Frucht, aufgrund der relativ agilen Säure „nur“ eine angedeutete, aber elegante Cremigkeit, die Steine sind sowohl kreidig als auch etwas jodig, Leder und braune Kräuter sind deutlich, aber nicht dominant. Der Abgang hält die rauchig-teerige Frucht recht lange auf hohem Niveau, die Säure wirkt auch hier sehr animierend.

So wahnsinnig viel hat sich in der Zeit seit der letzten Öffnung gar nicht getan, jedenfalls geht die Reise noch nicht abwärts; nach nunmehr 10 Jahren steht der Sylvaner immer noch wie eine Eins im Glas, der hält sicher noch einige Zeit durch!

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 21/25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 26. November 2015:

Durch meine Wein und Musik-Kombination kann ich mir die Jubiläen ja quasi fast beliebig aussuchen. Jetzt also der 250. Bericht über flüssige Genußmittel auf diesem Blögchen! Da ist man natürlich gehalten, standesgemäß was amtliches aus dem Keller zu holen. Happich natürlich auch getan und zwar in Form eines

2008er Sylvaner – Rödelseer Küchenmeister – trocken – Kabinett – QmP, Weltner, Franken

Das Weingut Weltner hat auch immer was Gereiftes auf der Karte und bei meinem Besuch vor ein paar Monaten habe ich dieses Schätzchen mitnehmen können.

Ein recht kräftiges Goldgelb zeigt sich im Glas. In der Nase gleich intensiv gelbfruchtig nach Quitten, Pfirsich und roter Eßbanane duftend, auch etwas Ledertasche und leichte Tabaknoten. Man kann die Extraktfülle schon riechen. Am Gaumen samtig, cremig, dabei fast opulent. Lindenblütenhonig, Karamell, die oben beschriebene Fruchtigkeit plus reife und süße Mineloas. Die Ledertasche ist hier etwas kleiner, dafür machen sich einige kalkige Steine bemerkbar. Recht trocken, aber mit viel Extrakt ausgestattet, die Säure ist etwas im Hintergrund und nur so viel, daß der Sylvaner nicht zu fett wirkt. Dabei hat der Wein nur wohltuende 12 Ampere, was man so kaum vermuten würde. Eine Mitgenießerin tippte auf 14 PS. Der Abgang ist ewig lang und offeriert die gesamte Fruchtpalette in nur langsam schwindender Intensität.

Wieder mal ein faszinierendes Kabinett-Stückchen aus dem Hause Weltner, welches ganz frech an der GG-Liga kratzt und die meisten Ersten Lagen -auch aus dem eigenen Haus- auf die Plätze verweist. Echt ein tolles Weinchen, vor allem wenn man sich den Preis dazu anschaut!

Meine Wertung: 3

Nachtrag nach 48 Stunden mit Luft: Die wesentliche Veränderung, die sich ergeben hat, ist die, daß die Sekundäromen deutlich zurückgetreten sind und die Fruchtaromatik nun stärker im Vordergrund steht. Auch insgesamt schmeckt der Sylvaner jetzt nach mehr Extrakt als vor zwei Tagen. Nach wie vor ein Spitzenwein, auch wenn er mir mit der ausgeprägteren Mineralik am ersten Tag noch ein bißchen besser gefallen hat. Allerdings gibt es auch fruchtliebende Menschen um mich herum, die den Wein sicher heute besser finden würden.

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2 comments on “250 – Schon wieder ein Jubiläum! – Relaunch

  1. Das wäre heute eine erste Lage, oder?

    Davon unabhängig: schön zu lesen, dass der Wein immer noch gut dasteht! Das spricht definitiv für den Erzeuger.

    Leider habe ich es immer noch nicht hinbekommen, mein Portfolio etwas mehr in Richtung Franken auszurichten. Es gibt momentan ganz einfach zu viele kulinarische und vinophile Gründe, Österreich anzusteuern.

    Immerhin habe ich es inzwischen geschafft, mir das aktuelle Best of Gold Paket in den Keller zu legen….

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    • Auf der Flasche (Glasstöpselkappe und Rückenetikett) prangt zwar der VDP-Adler, aber in 2008 war Weltner noch kein VDP-Mitglied. Der Wein hat zwar eine 2009er Prüfnummer, wurde aber wohl erst deutlich später -also zu VDP-Zeiten- gefüllt und etikettiert. Deshalb noch ein „Kabinett – trocken“, die aktuelleren Jahrgänge sind dann Erste Lagen.
      Ja, eins der Luxusprobleme, die man so hat; man kann irgendwie nicht alle schönen Sachen trinken…

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