Kress, die Vierte… – Relaunch 2

Gestern Abend gab’s eine Menge Kärntner Mitbringsel zu probieren, allerdings vorwiegend aus der Fleisch- und Käsesparte. Kärntner Wein ist anscheinend nicht so herausragend (es gibt ja auch nur eine Handvoll Winzer, die Kärntner „Bergwein“ produzieren), deswegen wurde der auch nicht mitgebracht. Ich habe dann -die Vorlieben der Gastgeberin beachtend- was vom Bodensee spendiert.

Zuerst gab’s -nach 2 weiteren Reifejahren- den

2013er [Spätburgunder] – Roséwein – trocken – Qw, Kress, Bodensee

in der Hoffnung, daß der Rosé noch ein bißchen Spaß macht.

Die Farbe ist nun ein recht dunkles Kupfer, in der Nase sowas wie Granatapfellikör (stell‘ ich mir so vor) sowie etwas Sternanis und Hirschhornsalz. Am Gaumen ebenfalls Granatapfel in fortgeschrittener Form, ganz leicht Teer mit etwas Schnupftabak und Zuckerkulör. Die Säure ist immer noch gut dabei, Breite gibt’s nicht. Die Steine, die man findet, sind eher heißgeräuchert. Der Abgang ist von schöner Länge, auch hier dominiert der leicht fermentierte Granatapfel.

Aus meiner Sicht schön und in Ehren gereifter Rosé, der aber jetzt langsam am Ende seines Lebens angelangt ist; hat aber dennoch niemanden in der Runde verschreckt, die Flasche war auch recht schnell leer. Ist derzeit noch ohne Abschläge bei der A- oder B-Note zu genießen, dürfte aber mit der braunwürzigen Reife-Mineralik nicht mehr jedermanns Sache sein (meine Leut‘ sind ja schon ein bißchen was gewöhnt…).

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 20. Juli 2016:

Nachdem das letzte Rosé-Reifungsexperiment ja in die Hose ging, habe ich mir heute mal wieder eines der rosa Sommerweinchen mit ein paar Jahren auf dem Buckel aus dem Keller geholt:

2013er [Spätburgunder] – Roséwein – trocken – Qw, Kress, Bodensee

Mittlerweile ist der Rosé schon ziemlich dunkel geworden, Zwiebel mit deutlichem Hang zum Orange. Und er perlt auch noch ein bißchen. Das liegt wohl am Glasstöpsel, der anscheinend recht dicht ist und die Kohlensäure nicht raus läßt. In der Nase ein schöner, ziemlich reifer Granatapfel, weiters Johannisbeergelee und sehr reife Aprikose; die Lychee von der letzten Verkostung findet man auch noch, wenn man dezidiert danach sucht. Die damals noch schön präsente Erdbeere hat sich jedoch komplett verabschiedet. Am Gaumen ein sehr dichter Fruchtextrakt, hier steht die reife Aprikose mehr im Vordergrund. Dahinter auch Cantaloupe-Melone (die mit dem orangen Fruchtfleisch) und ein bißchen Blütenhonig. Trotz der schon fortschreitenden Reifung wirkt der Rosé immer noch sehr frisch; die deutliche Säure macht’s möglich. Ein paar ganz leicht eisenhaltige Steine gibt’s auch, aber sehr dezent hinten an. Der Abgang ist ebenfalls sehr dicht fruchtig und bietet noch ein kleines, aber feines Blutorangen-Bitterchen.

Hier funktioniert das mit der Rosé-Reiferei zur Abwechslung mal wieder ganz hervorragend, wie ich finde. Jedoch ist das jetzt wahrscheinlich nicht (mehr) das, was der übliche Rosétrinker so erwartet…

Meine Wertung: 2 von 3

Hier noch der Text der letzten Verkostung vom 11. Januar 2015:

Man sieht schon, daß es mir das Seegut Kress in gewisser Weise angetan hat, jetzt schon der 4. Wein aus dem nicht ganz kleinen Sortiment:

2013er [Spätburgunder] – Roséwein – trocken – Qw, Kress, Bodensee

Dies ist ein Rosé vom Spätburgunder, der sich wohltuend von den vielen Erdbeerbomben abhebt. Nix gegen Erdbeere, aber bei diesem Aroma wird einem (zumindest mir) bei zuviel des Guten der Genuß schnell verleidet, dann schmeckt der Wein sofort nach Dingen, die nur mit naturidentischem Aromastoff auf Erdbeere gepimpt worden sind, ohne selbst je ein natürliches Stück einer Erdbeere gesehen zu haben. Hier ist das Aroma präsent, aber hält sich wohltuend im Rahmen des Positiven, begleitet von ein bißchen Lychee. Der Wein ist relativ trocken, leichte, nicht aufdringliche Säure, absolut kein Allerweltsgeschmack, durchaus komplex, aber nicht überladen. Hier ist der Rosé offensichtlich nicht nur deswegen gemacht worden, damit man eben auch von dieser Farbe was im Programm hat.

Einer der für mich attraktivsten deutschen Rosés aus der 10 EUR-Preisklasse.

Meine Wertung: 2 von 3

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