Sonnen-Riesling – Relaunch

Als ersten „richtigen“ Wein gab’s gestern zu fränkischen Brodwerschdla bei knapp 30 Grad im Schatten wieder mal den

2013er Riesling – Randersackerer Sonnenstuhl – trocken – Erste Lage, Schmitt’s Kinder, Franken

der zuletzt vor knapp zwei Jahren in unseren Gläsern anzutreffen war.

Im Glas ein helleres Goldgelb, in der Nase deutlich flintig mit Blutorangenschalen und leichter Ananas-Note. Geschmacklich sehr frisch aufgrund seiner kecken Säure, der jedoch auch einiges an Zitrusextrakt gegenüber steht: Pampelmuse, Ugli und Zitrone. Hier nicht ganz so flintig, dafür scheint der Kalk mit etwas Schiefer durchsetzt. Schön langer, sehr frischer und hier wieder feuersteinigerer Abgang, der die dichte Zitrusfrucht aber auch nicht zu kurz kommen läßt.

Die gelbe Frucht ist nun weitgehend weg und hat einem schönen Zitruskorb Platz gemacht, die Mineralik hat deutlich zugelegt, die erlebte Frische ist auch um einiges intensiver als beim letzten mal. Wirkliche Alterungsnoten in Form von z.B. Phenol oder Petrol zeigt der Riesling aber noch gar nicht, der kann sich sicher noch weiter über viele Jahre auf hohem Niveau entwickeln.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 20/25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 31. August 2016:

Auf einem von mir unter Beobachtung stehendem Blog wurde erst kürzlich ein Weinchen sehr wohlwollend beurteilt, welches sich auch in meinem Keller befindet. Die Beschreibung bzw. Besprechung hat mich dann gestern doch animiert, zu überprüfen, ob die Verkoster ein ähnliches Geschmacksempfinden haben wie ich selbst. Es handelt sich um den

2013er Riesling – Randersackerer Sonnenstuhl – trocken – Erste Lage, Schmitt’s Kinder, Franken

Den hatte ich erst mal liegen gelassen, weil mir bei mehreren Rieslingen aus der Gegend aufgefallen ist, daß diese in relativ jungen Jahren häufig noch recht verschlossen sind. Ganz im Gegensatz zu den Sylvanern. Na, mal sehen:

Im Glas ein mittleres Stroh- bis Goldgelb, in der Nase zeigen sich gleich recht intensiv weiße Pfirsiche und etwas Aprikose, diese schielen schon gut in die kandierte Richtung. Dazu noch ein paar Orangenzesten, ebenfalls eher auf der konzentrierten Seite. Weiters zeigen sich schon hier ein paar nasse Steine. Im Laufe der Zeit wird die Zitrusseite dominierender und das Steinobst tritt weiter zurück und wandelt sich dabei in Richtung Marula. Am Gaumen überwiegt von Anfang an eher dicht und süß die Zitrusseite: Orangen, Blutorangen und etwas Limette. Erst dahinter rangieren ein paar gelbe, mürbe Äpfel sowie das Pfirsichkonzentrat. Dabei leicht salzig, die Säure ist ordentlich beschäftigt, den süß kandierten Zitrusextrakt frisch zu halten und schafft das auch in vorbildlicher Weise. Gerade beim Geschmack muß man feststellen, daß der Riesling trotz starkem Auftakt im Laufe von gut einer Stunde nochmals deutlich an Intensität zulegen kann. Daß er dabei nur 12,5 PS unter der Haube hat, mag man gar nicht glauben. Auch beim Abgang ist das so: ein langes und intensives Zitrusfinale mit geschmeidiger Fruchtsüße entwickelt sich stetig in Richtung Opulenz, ohne dabei satt zu machen, denn das Süße-Säure-Spiel bleibt immer sehr ausgewogen.

Ich bemerke -nachdem ich mir das oben verlinkte Video nochmals angesehen habe- doch einen Unterschied in der Empfindung. Insbesondere die Fruchtseite wurde von mir mehr auf der -fast kandierten- Zitrusseite gesehen bzw. diese fand bei der Konkurrenz eigentlich gar keine Erwähnung. Das kann natürlich damit zu tun haben, daß die Flaschen aufgrund unterschiedlicher Lagerbedingungen in den verschiedenen Kellern unterschiedlich schnell reifen. Das würde für mich heißen, daß das in meinem Keller möglicherweise etwas schneller geht. Ich habe nach dem Ansehen sogar extra den Rest der Flasche nochmal kritisch meinen Gaumen runterlaufen lassen und bleibe definitiv bei meinem Eindruck. Damit zweifle ich den Bericht aus dem „Wiener Keller“ in keinster Weise an, da ich von der Kompetenz der Verkoster absolut überzeugt bin. Ich finde das schon bemerkenswert, wie der gleiche Wein an unterschiedlichen Orten verschieden aufgefaßt werden kann. Aber wir alle kommen letztlich zum gleichen Ergebnis: Ganz großes Franken-Kino!

Meine Wertung: Nachkauf 3/3

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