Später Nachruf- solo

Weil’s so schön war, habe ich im Anschluß an die Live-Aufnahmen noch eine Solo-LP aufgelegt:

Geri Allen – Home Grown

Dies ist ihr zweites Album aus dem Jahr 1985, verlegt übrigens beim damals ganz frischen Münchener Jazz-Label „Minor Music“ als dessen vierte Emission; das erste Album des Labels („Minor Music 001“) war ebenfalls von Geri Allen bzw. ihrem Trio: „The Printmakers“ war ihr Debut-Album aus dem Jahr 1984.

Man merkt bei ihrem Solo-Spiel, daß manche Übergänge noch etwas kantig wirken, so als ob sie manchmal ein bißchen zu viel beim Spielen „denkt“, aber andererseits zeigt sich hier auch eine sehr ungezwungene Freude am Spielen. Bei den sehr „freien“ Passagen wie z.B. auf „Blue“ zeigen sich dann auch ein paar gefühlte „Brüche“, jedenfalls kommt das so bei mir an. Die meisten Stücke sind von Geri Allen selbst komponiert und folgen meiner Meinung nach zumindest stellenweise auch den harmolodischen Ansätzen von Ornette Coleman. Es sind auch zwei Standards dabei, wobei ich die Interpretationen von Monks „Bemsha Swing“ sowie „’Round Midnight“ schlicht großartig finde, weil diese nicht einfach nachgespielt sind, sondern eine gehörige Portion eigener Kreativität darin zu finden ist ohne die Komposition irgendwie zu verbiegen oder einfach nur mit Effekten aufzuladen.

Dieses frühe Werk ist zwar noch nicht so ganz „genial“, aber es schaut sehr direkt und zielsicher in diese Richtung. Und es ist eines der wenigen Solo-Piano-Alben, welches ich ohne Durchhänger von Anfang bis Ende mit Vergnügen durchhören kann.

Meine Wertung: 3/4

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