Alles Gute zum 85sten!

Auf einem Blog, der mit einer recht hohen Outputrate auf viele schöne Radiobeiträge mit Jazz als einem der Schwerpunkte hinweist, habe ich aktuell gesehen, daß eine der Saxophonlegenden -Wayne Shorter- Geburtstag hat. Zwar erst in ein paar Tagen, nämlich am 25. August, aber weil ich da vsl. nicht dazu komme, habe ich mir heute mal zu Mittach eines seiner Werke angehört. Wobei ich länger überlegt habe, was ich nehmen soll, es wurde dann

Wayne Shorter – Phantom Navigator

Der US-amerikanische Saxophonist gilt als erheblich stilbildender Musiker auf dem Tenorsaxophon (später auch Sopransaxophon und Lyricon), wobei sich das nicht auf seine Instrumente beschränkt, sondern vor allem durch seine mannigfaltigen kompositorischen Arbeiten auch auf verschiedene Musikstile an sich bezieht. Nachdem er in den frühen 60ern bereits einige Alben unter eigenem Namen veröffentlicht hatte, wurde er als John Coltranes Nachfolger beim zweiten Miles Davis Quintet tätig. Die Ausnahmestellung, die die Musik dieses Quintets einnimmt, ist dabei aus meiner Sicht mindestens in gleichem Maße dem Einfluß Wayne Shorters zuzuschreiben wie dem von Miles Davis selbst, vielleicht sogar noch mehr. Mit diesem Quintet traf er Ende der 60er auf Joe Zawinul („In a silent Way“), mit dem er wenig später die Gruppe „Weather Report“ gründete, die dann über gut 15 Jahre die Fusion-Szene entscheidend prägte. Das war auch die Zeit, in der ich Wayne Shorter zuerst musikalisch begegnet bin, eben in Form mehrerer WR-Alben. Das heute gehörte Album war dann mein erstes, bei dem „Wayne Shorter“ als alleiniger Main Artist auf dem Cover stand, es ist aus dem Jahr 1987 und stammt damit aus der Zeit, nachdem sich Weather Report aufgelöst hatte.

„Phantom Navigator“ ist insofern ein ganz passender Name für diese LP, da die Musik sich schon deutlich danach anhört, daß da jemand noch auf der Suche nach dem richtigen -neuen- Kurs ist. Die Besetzung ist auch nicht einheitlich, jedes Stück hat ein anderes Line-up. Am schwersten wiegt meiner Meinung nach, daß die Weather Report-Line stilistisch noch stark mitschwingt bzw. mitschwingen will, aber der Mit-Stilbildner Joe Zawinul eben nicht so ohne weiteres ersetzbar ist, auch nicht durch einen Stu Goldberg, Mitchel Forman, Jim Beard oder Jeff Bova. Sie alle versuchen hier im Bereich der Tasteninstrumente, eine Linie fortzuführen, die es gar nicht mehr gibt. Der Rhythmus wird hauptsächlich elektronisch generiert, auch das wirkt etwas zu sehr „aus der Dose“. Wenigstens ist Wayne Shorters Spiel selbst über jeden Zweifel erhaben, er spielt hier gerne tonal leicht „neben der Spur“, hört sich also immer mal wieder etwas schräg an, ohne dabei falsch zu klingen.

Erst dachte ich mir, daß das vielleicht doch nicht die beste Wahl war, um dieses großen Musikers zu gedenken, aber ich habe die Platte bestimmt seit 20 Jahren nicht mehr gehört, deshalb war sie in meiner Erinnerung gar nicht mehr so präsent. Aber wenn man sie im geschichtlichen Ablauf einfach als das einordnet, was sie ist und sich im Wesentlichen auf das Tenor- bzw. Sopransaxophon konzentriert, macht’s dennoch Spaß!

Meine Wertung: 2/4

 

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