Titellos

Heute gab’s einen Wein, bei dem ich beim Kauf etwas gegen meine Prinzipien verstoßen habe, denn irgendwo bei 30 Euronen / Flasche hört normalerweise meine Bereitschaft auf, Wein ohne vorherige Verkostung zu kaufen. Aber die Beschreibung bei einem der Wein am Limit-Videos war für mich dann doch so interessant, daß ich eine Flasche zu einer Bestellung hinzugefügt habe. Mal sehen:

2014er [Grenache] – „Sans Titre“ – Blanc de Noirs – Vieilles Vignes – Vin de France, Ludovic Engelvin, Languedoc

Farblich ist der Wein unter bronzegelb einzuordnen, er hat eine schöne gelb-rote Mostnase: Apfel, Birne, Johannisbeere, Granatapfel, jeweils leicht geschwefelt. Am Gaumen kommt anfangs nicht so viel, aber mit etwas Luft und Temperatur zeigt sich dann die o.a. gerbstofflastige Frucht plus was säuerlich beerigem mit leichter Adstringenz doch in schöner Intensität. Ganz leicht schwingen auch hefige Komponenten mit, die Säure hält den „Sans Titre“ gut auf der beschwingten Seite, was leicht erdig-steiniges bildet eine schöne Unterlage. Der Abgang ist zwar von guter Länge und nicht unkomplex, dabei aber sehr filigran, man hat eigentlich nur solo was davon, beim Essen wird er recht schnell überdeckt.

Soweit ein recht schöner Wein aus der Naturecke, eigen, aber nicht freakig, relativ filigran, aber man kann doch recht viel darin finden. Allerdings hat die Flasche auch einen stolzen Preis, der ein Aufsteigen in die Nachkaufriege bei mir verhindert, da hätte schon ein gehöriger Wow-Faktor dazu gehört, den ich so einfach nicht hatte.

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 19/25

Werbeanzeigen

2 comments on “Titellos

  1. Insbesondere vor dem Hintergrund des Preises ist es schade, dass der Wein nicht gehalten hat, was Du Dir davon versprochen hast! Bei teureren, von mir nicht vorverkosteten Weinen bin ich Etiketten und -Punktetrinker, was aber das Risiko von Fehlschlägen auch nicht ganz beseitigt. Am besten fahre ich über die Winzerschiene, d.h. Wenn mir die Stilistik eines Erzeugers in der Vergangenheit gefallen hat, ist es auch wahrscheinlich, dass mir andere nicht vorverkostete Weine schmecken.

    Liken

    • …in der Regel mache ich das genauso, es gibt aber eben auch mal Ausnahmen. Hier hat’s jetzt mal nicht so ganz geklappt, insgesamt bin ich mit meiner mittlerweile erreichten, geringen „Ausfallquote“ aber ganz zufrieden. Schließlich gilt immer noch: no risk, no fun! Wobei: es ist ja absolut kein schlechter Wein! Aber vergleichbar schöne Sachen in ähnlicher Stilistik bekommt man anderswo -auch in Frankreich- für gut die Hälfte an Euronen…

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s