Eine kommt immer zu spät in’s Fichtelgebirge

…so lautet der Titel des ersten Tracks der CD

Reichlich weiblich – Live At Moers Festival ’87

Der Name der Gruppe ist hier Programm: es sind fast ausschließlich Musikerinnen vertreten und zwar 12 an der Zahl. Das kommt sonst -leider- nur bei Girl-Groups im Pop-Bereich regelmäßig vor. Dominierend sind die Blasinstrumente mit Sibylle Pomorin (as, fl), Sabine Koth (as), Ilona Henz (ts, ss), Sonja Griefahn (ts), Christine Hörmann (bs), Dorothee Hahne (tp), Angela Prätz (tp), Iris Timmermann (tp, flh), Gabriele Rosenberg (tb) und Ruth Exter (tb). Weiters im Line-up: Ulrike Haage (p, synth), Barbara Buchholz (e-b) sowie Karl Godejohann (dr) als Repräsentant des „starken Geschlechts“.

Geboten wird blech-dominierter Jazz-Rock mit recht viel spielerischer Abwechslung vor allem eben im Bläserbereich. Da ist wenig mainstreamiges dabei, manches klingt etwas frei bis avantgardistisch, jedoch nie wirklich „akademisch schwierig“, auch bei den Improvisationen nicht, ist also auch für Jazz-Einsteiger nicht nachhaltig verschreckend (bilde ich mir zumindest ein). Vom „Jazzorchester Reichlich Weiblich“ gibt es meines Wissens nach nur eine weitere Tonkonserve aus 1985 als 12″ mit vier Stücken. Zumindest bis zum Jahr 2009 war das Orchester gemäß kurzer Netzrecherche generell noch aktiv, wahrscheinlich jedoch nicht permanent. Wichtigste Erkenntnis für mich: weiblicher Jazz ist qualitativ auch nicht signifikant anders zu bewerten als das was die Männers so machen. Nur gibt’s halt viel weniger, warum auch immer…

Meine Wertung: 3/4

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