Rosa Steine – Relaunch 2

Bereits gestern habe ich nach längerer Zeit mal wieder den

2014er Nerello Mascalese – Rosato – Etna DOC, Pietradolce, Sicilia

aufgemacht, den ich ein bißchen habe links liegen lassen, da er sich vor zwei Jahren deutlich weniger spannend zeigte als bei der Premiere. Mal sehen, ob’s noch weiter bergab ging…

Die Farbe rangiert zwischen Zwiebel und Apricot, für’s Näschen gibt’s fruchtseitig Cantaloupe-Melone und etwas Granatapfel sowie leicht Basalt und weißen Rauch. Geschmacklich kommt noch etwas Pink Grapefruit incl. Bitterchen dazu, irgendwann ploppt noch ein Zweitbitterchen von der Chininseite her auf. Steinseitig geht’s recht herb-bitterlich zu, dazu eine leichte Holzteernote, aber klar auf der angenehmen Seite. Der Abgang ist von ordentlicher Länge, fängt herb-fruchtig an und endet steinig-teerig.

Nachdem der Rosato vor zwei Jahren ja deutlich abgestürzt ist, hat er sich nun wieder einigermaßen „derrappelt“. An die Form seiner Jugend kommt er aber nicht mehr ran. Vielleicht hatte die letzte Flasche ja auch irgendwas. Verkorkt ist sie mit einem DIAM-Kork, also eigentlich eher auf der sicheren Seite…

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 20/25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 29. Dezember 2016:

Jetzt mußte ich mal wieder testen, wie sich der von mir des öfteren als bester Rosé ever (in meinen Gläsern) bezeichnete

2014er Nerello Mascalese – Rosato – Etna DOC, Pietradolce, Sicilia

so entwickelt hat. Ist nun schon wieder gut ein Jahr her, daß ich die erste Flasche aufgemacht habe.

Die Farbe ist immer noch ein ins kupferne gehende Lachsrosa. Dann hat sich aber einiges getan: die Früchte haben sich ganz erheblich gemausert, Granatapfel und Feigen hauptsächlich, leichte Cognac-Note. Auf weiterhin hohem Niveau die braunwürzigen Aromen, vornedran hier jetzt Muskat und Nelken. Die mineralisch-steinige Seite ist allerdings etwas in den Hintergrund geraten, aber qualitativ hat sie sich nicht zum Nachteil verändert. Der Rosé fließt auch immer noch aufgrund seiner Säurestruktur sehr schön, der Abgang ist lang, dicht und warm.

Immer noch sehr schön zu trinken, jedoch war der Rosato vor einem Jahr durch die viel ausgeprägtere Mineralik doch deutlich eigenständiger und interessanter. Also besser in jüngeren Jahren genießen! Folglich gehe ich mit meiner Berwertung etwas runter:

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 17/25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 15.12.2015:

Ich registriere ja schon seit einiger Zeit, daß sich an der Rosé-Front zwar nur langsam, aber doch beständig etwas in Richtung Qualität und Eigenständigkeit entwickelt. Allerdings hatte ich zuletzt bei italienischen Rosatos kein glückliches Händchen. Aber: no risk, no fun! Also jetzt mal der

2014er Nerello Mascalese – Rosato – Etna DOC, Pietradolce, Sicilia

Pietradolce kultiviert ausschließlich Rebsorten, die am Etna auch heimisch sind. Für den Rosato wird Nerello Mascalese verwendet, die auf 600 bis 700 m Meereshöhe am Etna gedeiht. Der Rosato wird nur im Stahl ausgebaut.

Im Glas lachsrosa mit Tendenz zum Kupfer. In der Nase viele Steine, leicht braunwürzig und dahinter etwas Granatapfel. Am Gaumen ebenfalls sehr intensiv mineralisch, deutlich Muskat, Zimt und andere Gewürzstraußbestandteile; das kommt dann wohl alles aus Traube und Boden, denn Holz hat der Wein nicht gesehen. Die oben genannte Frucht auch hier hintenan, man kann aber noch ein paar Orangenzesten mitnehmen. Dem deutlichen Extrakt steht eine ebenso deutliche Säure gegenüber, die 14 Volt merkt man, sie erschlagen einen aber nicht. Der Abgang ist würzig-mineralisch und mittellang.

In meiner nun schon etwas andauernden Suche nach schönen Rosés ist dieser hier einer der außergewöhnlichsten, denn so viele Steine und Würzaromen habe ich noch bei keinem anderen Rosé erlebt. Allerdings nichts für Fruchtliebhaber oder Rosa-Bonbonwasser-Fetischisten.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3

6 comments on “Rosa Steine – Relaunch 2

  1. Hallo Erich,
    schöne Weine hattet Ihr an Weihnachten und zwischen den Jahren. Wünsche Dir und Deiner Familie einen guten Rutsch und viel Glück und Zufriedenheit in 2017 🙂
    LG Patrik
    PS: Heute gibt’s bei uns auch Rosé – einmal mit und einmal ohne Bubbles

    Gefällt mir

    • Hallo Patrik,
      bereits aus dem neuen Jahr auch von mir die besten Wünsche für dies und das und überhaupt! Wenn’s bei mir so weitergeht, wie’s sich im letzten Jahr so entwickelt, habe ich absolut nichts zu meckern. Einen vergleichbaren Status wünsche ich auch all den Menschen um mich herum, mit denen ich mich -auf welchem Level auch immer- persönlich positiv verbunden fühle. Bitte auch an deine deine bessere Hälfte weitergeben!
      Ansonsten fände ich es schön und bereichernd, wenn wir tatsächlich mal wieder ein Treffen zustande bekommen. Mit dem WV-Treffen stagnieren die Bemühungen ja irgendwie ein bißchen, habe ich den Eindruck, aber vielleicht schaffen wir’s trotzdem mal.

      War der Rosé vom Horizont? Von da habe ich neulich einen Roten eingeheimst, kann aber noch nichts d’rüber sagen. Jetzt werde ich mal sehen, ob ich die Beschreibungen für die gestrigen Flaschen auf die Reihe bekomme…
      VG Erich

      Gefällt mir

      • Würde mich auch freuen, wenn wir uns in 2017 sehen würden – wenn Du mal in der Nähe bist, melde dich gerne.
        Der Rosé von gestern war von Sylvain Pataille und für mich sogar noch eine (halbe) Stufe über dem Rosé von l’Horizon.
        Bin gespannt auf Deine Beschreibungen der gestrigen Wein 🙂

        Gefällt mir

        • Von Sylvain Pataille hatten wir auf einer unserer Weinrunden einen Chardonnay, den ich allerdings nicht so stimmig fand. Deine Beschreibung zu dem „Fleur de Pinot“ bei der Konkurrenz klingt dagegen recht vielversprechend! Was war der rosa Schäumer?
          Meine Beschreibungen sind fertig…

          Gefällt mir

          • Der Rosé von Pataille ist wirklich großartig (nicht nur für einen Rosé).
            Der Schäumer war ein Champagne Brut Rosé von Veuve Fourny und auch recht schön, auch preislich noch okay für seine Herkunft. Aber generell habe ich mit Schaumweinen gar nicht so viel Trinkerfahrung und ziehe meist die stillen Varianten vor.
            Der Schäumer von Chat Sauvage klingt allerdings auch sehr vielversprechend.

            Gefällt mir

            • Die Blubberwässerchen werden in letzter Zeit ein bißchen mehr bei mir, auch gerne als Essensbegleiter. Gerade zu Geflügel und / oder exotischen Sachen (z.B. vietnamesische Küche) passen manche dieser Getränke sehr schön, wenn sie ein in meinen Augen schönes Fruchtsüße-Säure-Spiel aufweisen. Der Van Volxem-Sekt von neulich hat sich z.B. sehr gut mit Vit Dau Phong vertragen…

              Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s