Rote Erde

Heute ergab sich die Gelegenheit, mal wieder etwas dickeres Rotes aufzumachen, da habe ich mal beim

2014er [Cuvée] – Superior – Quinta do Orgal – Douro D.O.C., Quinta do Vallado, Douro

zugegriffen. Dieser Wein ist laut Heimseitenangabe eine Cuvée aus ca. 70 % Touriga Nacional, ca. 27 % Touriga Franca und ca. 3,4 % Sousão. Wenn ich das richtig interpretiert habe, dann ist die Quinta do Orgal der Ort, an dem der Wein gekeltert wurde, diese Quinta gehört aber zur Quinta do Vallado.

Die Farbe ist ein dunkles und schwer durchschaubares Violettrot, geruchlich gibt’s saftige, dicke Brombeeren mit etwas schwarzer Johannisbeere und ganz leicht Aronia, das Holz ist eher dezent in Form von Schnupftabak und Holzteer präsent. Am Gaumen sind zuerst einige Tannine am Werk, die auch für etwas Adstringenz sorgen, der Pelz ist aber sehr geschmeidig; mit etwas Luft kann man das Ganze dann ohne weiteres auch samtig nennen. Die Frucht ist auch hier dick und saftig, wirkt durch die begleitenden Gerbstoffe aber sehr ernsthaft. Die Säure hat alles super im Griff und sorgt dafür, daß der 14-Prozenter widerstandslos konsumiert werden kann. Auch hier ist das Holz eher stützend und nicht vorlaut, dennoch prägnant mit warmen, weichen Holzsorten, also eher Esche und Birke denn Eiche oder Buche. Da es sich hier schon um einen recht gehaltvollen Bruder handelt, muß man nach Steinen eher suchen, wird dann aber durchaus fündig, hauptsächlich assoziere ich hier aber schweren, roten, frisch gepflügten Ackerboden. Der Abgang taugt für mehrere Minuten, er wiederholt das Gaumenerlebnis fast 1:1, hier bietet sich viel Raum zur Suche nach verschiedenen Aromafetzen, da die Intensität nur sehr langsam abnimmt. Wenn man nur im 10-Minuten-Rhythmus einen Schluck nimmt, hat man dennoch immer das berühmt-berüchtigte „Maul voll Wein“, ohne daß es auch nur im Ansatz anstrengend wird.

Vor allem in Anbetracht des Preises großartiger, erdig-trinkiger Wein, der auch ganz am Anfang seiner Karriere schon sehr viel Freude macht. Ich könnte mir vorstellen, daß er seinen Höhepunkt erst in 15 bis 20 Jahren erreicht. Mal sehen, ob ich so lange durchhalte…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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