Exot aus dem Hotel – Relaunch

Heute am 4. Advent haben wir’s essensmäßig nochmal eher einfach angehen lassen, bevor morgen der kulinarische Overkill beginnt. Dazu habe ich mir dann den

2014er Strahler – [Cuvée] – Südtirol DOC, Stroblhof, Südtirol

eingebildet.

Im Glas ein helleres Goldgelb, für’s Näschen gibt’s vorwiegend filigranere Exotik wie Papaya und Galamelone (kein Kaltvergärungstouch!), aber auch Mirabelle und weißen, noch nicht zu reifen Pfirsich. Ganz leicht auch ein paar Holzmoleküle, aber eher sowas wie ein alter Holzbottich zum Wäschewaschen sowie ein bißchen Pulpe. Am Gaumen im Wesentlichen der gleiche Eindruck, die Säure ist frisch und animierend, entfernt ahnt man ein paar weiße Tannine, ein ganz leichter, flaumiger Pelz zeigt sich am Rachen. Der Abgang ist von schöner Länge, auch hier dieser Mix aus Papierschlamm und der recht feinen Exotik.

Wenn ich mir meine letzte Beschreibung so ansehe, hat sich eigentlich gar nicht so viel verändert. Dichtemäßig zugelegt hat der „Strahler“ nicht, die Mineralik hat sich ein klein wenig ins Reduktive verlagert. Nach wie vor recht schön, aber ganz so begeistert wie beim letzten mal bin ich heute nicht, warum auch immer, vielleicht habe ich auch gerade das „Umbauloch“ erwischt.

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 19/25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 27. April 2016:

Der Stroblhof ist ein größeres Hotel-Restaurant mit eigenem Weinbau in Eppan. Es gibt insgesamt 5 verschiedene Weine, davon drei Weiße und zwei Blauburgunder.

Den Beginn macht heute der

2014er Strahler – [Cuvée] – Südtirol DOC, Stroblhof, Südtirol

Der Strahler hat seinen Namen von dem in Südtirol gebräuchlichen Begriff für einen „im gemischten Satz gekelterten Weißwein“. Auch wenn „Weissburgunder · Pinot Bianco“ auf dem Etikett steht, ist der Wein tatsächlich eine Cuvée aus 95% Weißburgunder sowie 5% Grauburgunder und wird zu ca. 20% im Edelstahl, zu ca. 80% in großen Eichenfässern vergoren und für etwa 6 Monate auf der Feinhefe gelagert. Die Verkostung ist übrigens jederzeit auch an der Hotelbar möglich.

Recht helles Goldgelb im Glas, in der Nase Kaktusfeige und Khaki, im Hintergrund ganz leicht kräuterig. Mit der Zeit auch noch Pfirsich und Mirabelle, die die Exotik dann etwas in die Schranken weisen. Am Gaumen kommt weitere Exotik in Form von Papaya und Netzmelone dazu. Die Säure ordnet sich dem Extrakt unter, sorgt aber dennoch für ausreichend Frische, die immerhin 13,5 Umdrehungen fallen nicht negativ auf. Eine dezente und leicht herbe Porphyr-Mineralik (jedenfalls gibt’s das Zeugs da zuhauf) rundet das Geschmacksbild ab. Die Exotik behält hier übrigens auch nach längerer Zeit die Oberhand. Der Nachhall betont die Fruchtexotik sehr schön und hält auch ein paar Minuten kaum abschwellend an.

Der Strahler gefällt mir insbesondere aufgrund seiner ausgefallenen Aromenvielfalt sehr schön. Mir fällt eigentlich nichts vergleichbares ein.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3

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