Krönender Abschluß… – Relaunch

Bereits am zweiten WF-Tag habe ich zum Essen nach längerer Kellerruhezeit mal wieder einen Silvaner ins Rennen geworfen, von dem ich hoffte, daß er den Vorlieben der Gäste genügend nahe kommen wird:

2013er Silvaner – Randersackerer Marsberg – Alte Reben – trocken – Erste Lage – TRIAS, Schmitt’s Kinder, Franken

Im Glas ein deutliches Goldgelb, in der Nase dicht gelbfruchtig (vor allem frische Mirabelle und gelbe Kiwi), dazu heller Tabak und etwas Torf sowie Karamell. Am Gaumen ähnlich, hier auch etwas frittierte Kochbanane, dennoch sehr frisch, aber auch wieder geschmeidig wirkend, etwas reduktive Zitrusfrucht, weiters ein dezentes, aber prägendes Kalkbett mit ein paar blauen Steinchen. Der Abgang ist sehr lang frisch und blausteinig, mit etwas Luft taucht hier auch etwas Holzteer auf.

Nunmehr zeigt dieser Silvaner erste schöne Reifenoten, vor allem die leicht torfige Würze ploppt irgendwann bei kalkbasierten und etwas dichteren Silvanern nach meiner Erfahrung gerne auf. Jetzt bin ich wirklich gespannt, wie sich der Wein in 2023 präsentiert…

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 28. Februar 2016:

…der gestrigen Feierlichkeiten war übrigens nicht der teuerste Wein der Runde, sondern der

2013er Silvaner – Randersackerer Marsberg – Alte Reben – trocken – Erste Lage – TRIAS, Schmitt’s Kinder, Franken

Dieser Muschelkalk-Silvaner wächst laut Website des Weinguts hier:

Der Marsberg umfasst die früheren Lagen Spielberg, Gehren, Marsberg, Hammelsmauer, Ewig Leben und Westroden. Der eigentliche „Marsberg“ ist ein Gleithang im Seitental [des Mains, Anm. des Verfassers]. Die höchste Erhebung beträgt 251 m über NN (-das Flussbett dagegen liegt auf 176 m über NN). Die Exposition ist Richtung Süden, mit einem tiefgründigen, lehmig-tonigem Muschelkalkboden.

Wie alt die Reben nun tatsächlich sind, weiß ich allerdings nicht. Ich war insofern gespannt auf den Wein, als ich den 2013er Riesling aus der Lage letzten September noch zu jugendlich fand. Das ist mir mit Riesling versus Silvaner aus der gleichen Lage beim Juliusspital auch schon passiert, deshalb war ich gespannt, ob auch hier der Silvaner bereits mehr Spaß macht als der in etwa gleich alte Riesling.

Der Wein kommt mit einem kräftigen Strohgelb daher. Der Geruchssinn wird gleich sehr intensiv mit Ananas, saurer Mango, Grapefruitzesten und einer sehr intensiv mineralischen Note aus dem Muschelkalk beglückt. Geschmacklich dann reif und gelb: Nektarinen, gelbe Pflaumen, Abate-Birnen. Weiters Pampelmuse ohne Bitterchen, etwas Thymian. Auch hier eine schöne begleitende Mineralik. Die Säure gut im Einklang mit dem nicht geringen Extrakt. Auch der Abgang ist sehr vom Muschelkalk geprägt und zeigt z.B. auch Orangenzesten über einige Minuten.

Also auch hier: der Silvaner macht bereits in (relativ) jungen Jahren durchaus mal mehr Spaß als der Riesling von nebenan. Wir waren einhellig der Meinung, daß dies der schönste Wein des Wochenendes war. Auch ist dies ist so ein Gewächs, das meiner Meinung nach erhebliches Lagerpotential hat. Mal schauen, wie sowas in 2023 schmeckt…

Meine Wertung: Nachkauf 3/3

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