Neue Rezeptur – Relaunch

Gestern in der Silvesternacht gab’s u.a. mit einem zeitlichen Abstand von etwa eineinhalb Jahren seit der letzten Flasche mal wieder den

2014er Manna – Cuvée – Vigneti delle Dolomiti IGT, Franz Haas, Südtirol

Ich habe meine stichwortartigen Notizen dann mit meinem Geschreibsel der letzten Verkostung verglichen und könnte dies fast eins zu eins bezüglich der aromatischen Beschreibung übernehmen. Im Wesentlichen sind mir dann aber folgende Unterschiede aufgefallen: auch direkt nach dem Einschenken gibt’s nun keine Bläschen mehr, die beschriebene SB- bzw. Kerner-Lastigkeit beim Bukett gibt’s gar nicht mehr, die beim letzten mal noch etwas unreif wirkenden Früchte haben sich deutlich weiterentwickelt.

Insgesamt gesehen hat sich mein damals geäußerter Wunsch nach mehr Gleichgewicht bei den verschiedenen Rebsorten voll erfüllt. Der (oder die?) „Manna“ bietet ein schön differenziertes Spektrum an Sortencharakteristika, welches bei der Analyse in allen Stadien sehr spannend ist. Das Warten hat sich gelohnt!

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 29. Mai 2017:

Heute war mal wieder Südtirol dran. Die Cuvée „Manna“ war mein erster bewußter Franz-Haas-Wein. Jetzt mal ein etwas neuerer Jahrgang davon:

2014er Manna – Cuvée – Vigneti delle Dolomiti IGT, Franz Haas, Südtirol

Seit dem Jahrgang 2013 hat sich die Rebsortenzusammensetzung etwas verändert. Neben nunmehr 40 % Riesling sowie Chardonnay, Gewürztraminer (bzw. Traminer Aromatico) und Sauvignon Blanc sind jetzt noch 15 % Kerner dazu gekommen. Riesling und Gewürztraminer werden im Stahl, Chardonnay und Sauvignon Blanc in kleinen Eichenfässern vergoren, beim Kerner weiß ich’s nicht. Danach wird alles zusammengemanschelt und bleibt 10 Monate auf der Feinhefe liegen. Die Trauben kommen teils aus dem Süden Südtirols -dem Sitz des Weinguts-, teils auch aus dem Eisacktal, z.B. Neumarkt und Brixen.

Im Glas ein mittleres Goldgelb, noch leicht perlend (das hier war die Schraubverschluß-variante, bei vielen Weinen ab Hof kann man zwischen Schrauber und Korken wählen). Die Nase ist gleich recht SB- bzw. Kerner-lastig: Jostabeeren, unreifer Pfirsich, etwas Kaktusfeige, dazu Estragon und Korianderblätter, auch einige Wiesenblumen. Das ändert sich im Laufe der Zeit allerdings, insesondere der GT macht hier Boden gut. Am Gaumen ist das Ganze dann deutlich gelber, hier lassen sich auch die Rebsorten klarer differenzieren: vom Riesling kommt Ananas mit schöner Säurestruktur, SB und Kerner werfe ich jetzt mal in einen Topf, diese bringen wieder die Jostabeeren und die grünen Kräuter mit, der Chardonnay spendiert etwas Kaktusfeige, Weinbergspfirsich und Kochbanane nebst einer kleinen Cremigkeit, der GT schließlich steuert ein paar dezente braunwürzige Noten sowie ein bißchen was blumiges bei. Die Gewichtungen ändern sich mit der Zeit etwas, Chardonnay und GT holen mit der Zeit deutlich auf, SB und Kerner bleiben aber die dominanten Sorten. Der Nachhall hallt dann deutlich mehr auf der GT-Seite, die frisch-fruchtige Seite wird aber nicht überfahren; hier ist auch am meisten Salzigkeit vorhanden.

Ich persönlich würde die Rebsortenanteile noch so variieren, daß letztlich keine Sorte die Oberhand erlangt. Weiters erschließen sich mir die Eigenheiten von SB bzw. Kerner bei dieser „Manna“ nicht, was aber nichts heißen muß. Das ist jetzt allerdings Mäkelei auf hohem Niveau. Wichtig ist für mich vor allem, daß der Wein eine schöne, vielschichtige Aromatik sowie eine super Süße-Säure-Balance aufweist. Dazu kommt, daß es recht viel Freude macht, zu beobachten, wie die Rebsorten im Glas gegeneinander ankämpfen.

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 19/25

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2 comments on “Neue Rezeptur – Relaunch

    • Moin moin!
      Es war gar nicht so schwierig, weil mir die Eindrücke doch ohne großes Zutun zugeflogen sind. Das heißt, die Aromatik präsentiert sich trotz ihrer Vielschichtigkeit recht klar und differenziert. Deshalb gefiel mir der Wein auch so gut. Solche Cuvées können auch gerne mal in so eine Mischmasch-Stilistik abgleiten, dann wird’s mit der Beschreibung tatsächlich deutlich schwieriger. Oder ich mach’s mir dann wirklich einfach und schreibe nur was wie „diffuse Aromatik“ oder so. Kommt dann sicher auf die Tagesform an… 😉

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