Witwe zum Jahreswechsel

Gestern gab’s in Konkurrenz zu einem fränkischen Pét Nat überraschenderweise auch eine

oJ Carte Jaune – Brut – Cuvée – Champagne [AOC], Veuve Clicquot Ponsardin, Champagne

Von diesem bekannten Haus werden gemäß einer Netzfundstelle 22 Milionen Flaschen jährlich produziert, wobei der Löwenanteil auf den „Carte Jaune“ bzw. „Yellow Label“ entfallen dürfte; es gibt daneben noch sechs andere Sorten. Auf der Witwen-Heimseite heißt es über diesen Klassiker:

Etwa 50 bis 60 verschiedene Crus gehen in die Zusammenstellung ein. Traditionell beträgt der Anteil der einzelnen Rebsorten 50 bis 55 % Pinot Noir, 15 bis 20 % Meunier und 28 bis 33 % Chardonnay. Diese Zahlen variieren leicht von Jahr zu Jahr, je nach Umständen. Kellermeister Dominique Demarville muss die Konsistenz, die Yellow Label so unverwechselbar und so absolut verlässlich macht, und dies in Bezug auf Qualität, Farbe und Bouquet, erreichen. Für die Mischung greift er auf 30 bis 45 % Reserveweine zurück, um die Kontinuität des Stils des Hauses zu wahren. Diese Reserveweine werden separat gelagert, so dass die Besonderheiten der Lagen und der Erntejahre bewahrt werden.

Wie präsentiert sich das Ganze nun? Leicht orangegelb im Glas, mittlere, recht beständige Perlage, in der Nase herber Apfel, dazu leicht Brioche und deutlich Kohlensäure. Am Gaumen ebenfalls herb apfellastig, eine deutliche, aber angenehme Säure, leichtes Kalk- sowie deutlich herb-schieferig wirkendes Steinbett. Wenn die Perlage etwas nachläßt, macht sich jedoch ein kleines Zuckerschwänzchen breit. Der Abgang ist mittellang, dabei herb fruchtig mit leichtem Pampelmusen-Bitterchen.

Einerseits durchaus gut gemacht, jedenfalls viel besser als erwartet, denn meine letzte Erinnerung an die Witwe -welche aber mindestens 15 Jahre alt ist- ist nicht gerade positiv. Ob sich die Stilistik dieses Blubberwässerchens entgegen der oben angepriesenen Kontinuität dann doch über die Jahre geändert hat? Trinkt sich jedenfalls recht angenehm, aber irgendwie auch ein Stück weit beliebig, was bei solch einem Massenprodukt aus meiner Sicht aber auch nicht weiter verwunderlich ist. Muß man deshalb um den Preis von immerhin gut 35 Euronen pro Eintel nicht wiederholt einkaufen, da gibt’s um gleiches oder sogar deutlich weniger Geld erheblich spannendere Sachen, auch in der Champagne.

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 18/25

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