Kress, die Dritte… – Relaunch 4

Gestern habe ich für eine kleine Runde die letzte Flasche des

2013er Überlinger – Cuvée Blanc – trocken – Qw, Kress, Bodensee

aus dem Keller geholt.

Die Farbe ist ein sattes Goldgelb, das Bukett zeigt einen dichten, tiefgelben Kernobstkorb, erst ganz leichte, später recht deutliche Flint- und Rauchnoten. Am Gaumen ebenfalls viel Kernobst, dazu ein deutliches, durchaus angenehmes Blutorangenbitterchen; die Säure ist souverän aufgestellt. Im Hintergrund schwingen auch herbe Kräuter wie Beifuß und Oregano mit sowie einige angerostete Steine mit. Der Nachhall hallt ordentlich lang und präsentiert den Obstkorb von der eher herb-bitteren Seite mit mineralischem Finale.

Der „Überlinger“ ist mittlerweile sehr schön (an-) gereift, nach wie vor eine hohe Diversität bei den Fruchtaromen, dabei in keinster Weise gefällig. Am gleichen Abend gab’s auch noch von Dritten mitgebrachte Weißburgunder und Grauburgunder, die in etwas das Gleiche gekostet haben wie diese Cuvée (8,50 EUR), das hat dann doch recht eindrucksvoll gezeigt, wie weit die Qualitätsschere in der gleichen Preisregion klaffen kann. Angesichts dieses Unterschiedes wurde dann der Preis dieser Flasche erst mal auf 15 bis 20 Euronen geschätzt…

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 21/25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 06. Juli 2017:

Gestern habe ich auf besonderen Wunsch des Grillerei-Gastgebers mal wieder eine Flasche des

2013er Überlinger – Cuvée Blanc – trocken – Qw, Kress, Bodensee

geopfert. Im Gegensatz zum vorgestern geöffneten älteren Bruder des vermeintlich „besten Weins der Welt“ ist diese Cuvée am diametral entgegengesetzten Ende des Kress’schen Sortiments zuhause, vor allem auch preislich.

Die Farbe ist ein helleres Goldgelb mit leichten grünen Reflexen. In der Nase vom Fleck weg recht dicht und frisch zugleich nach Kernobst -Äpfel, Birnen, Quitten-, ein paar Mirabellen und weißen Johannisbeeren sowie Blumenwiese duftend, ganz dezent braunwürzige Anklänge. Am Gaumen ebenfalls dieser volle, frische Fruchtkorb, mit der super Säure kommen noch einige grüne Zitrusnoten mit. Auch hier gibt’s einen zarten Muskathauch. Der Abgang währt gut drei Minuten, wenn man ihn läßt, er ist dabei ausgewogen frisch-fruchtig und zeigt beim Ausklang mehr und mehr eine animierende Mineralik aus leicht braungewürzten Steinen.

Ich bin immer wieder erstaunt über diese wirklich außergewöhnliche Preis-Leistungs-Bombe. Und vor allem hat der Überlinger in den letzten Monaten nochmal deutlich zugelegt. Kann natürlich auch sein, daß ich gestern einfach ein bißchen anders d’rauf war oder die Flaschen leicht unterschiedlich reifen (trotz Schrauber), aber der Wein sorgte rundum gleichermaßen für wohlwollendes Staunen. Für mich klar der deutlich bessere Wein als der oben verlinkte Chardonnay. Der Überlinger ist jedenfalls noch voll auf der Höhe, ich gebe der leider letzten Flasche im Keller mal noch gut ein Jahr Zeit. Oder so…

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 20/25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 30. Januar 2017:

In kurzer Folge nun schon wieder ein Reifetest eines Bodensee-Weins vom Seegut Kress:

2013er Überlinger – Cuvée Blanc – trocken – Qw, Kress, Bodensee

Die Farbe ist ein mittleres Goldgelb, immer noch leicht perlend. In der Nase vor allem ein sehr frischer Obstkorb mit vorwiegend Äpfeln, Mirabellen und Limonen, ganz leicht auch etwas Braunwürze. Am Gaumen recht intensiv frisch-fruchtig, kecke, noch sehr jugendlich wirkende Säure, ebenfalls eine ganz dezente Nelken-Muskat-Note. Der Abgang ist recht lang und dicht fruchtig, zeigt einiges an Fruchtsüße,  vermeidet aber jedes Zuckerschwänzchen und bleibt dadurch anhaltend erfrischend.

Diese Cuvée hat im Gegensatz zu dem ein oder anderen Kress’schen Gewächs kein „Reifeproblem“, der Wein wirkt auf mich frisch wie am ersten Tag, auch wenn die Aromendichte wohl etwas zugelegt hat. Das ist so ziemlich der günstigste Wein im Stall und gleichzeitig einer der animierendsten, insbesondere wenn man’s gerade mal frisch, dicht und unkompliziert mag und dabei auch noch auf’s PLV schaut.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 18/25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 21. Januar 2016:

Jetzt hat nach gut einem Jahr mal wieder eine Flasche des

2013er Überlinger – Cuvée Blanc – trocken – Qw, Kress, Bodensee

dran glauben müssen. Diese Cuvée ist ja eigentlich kein Wein, dem man von Haus aus eine lange Lagerfähigkeit zuschreiben würde. Aber aufgrund meiner damaligen „Euphorie“ über diesen schönen und unkomplizierten Wein war ich der Meinung, daß dies kein Tropfen ist, der unbedingt bzw. nur ganz jung getrunken werden sollte. Also mal sehen, wie der Wein heute ist:

Im Glas ein helles Goldgelb. In der Nase intensiv fruchtig, Pfirsich, Mirabellen, etwas Quitte, ein bißchen Muskatwürze. Genau diese fehlt übrigens beim 2014er. Am Gaumen ebenfalls sehr intensiv fruchtig für den Wein aus der Basislinie des Weinguts. Man findet eigentlich die gesamte Palette an gelben Früchten in unterschiedlicher Intensität, dabei ist der weiße Überlinger aber ein sehr frischer und bei seiner Aromenvielfalt dennoch ein unkomplizierter Wein. Der Abgang ist extraktreich und trotz der nicht ganz so hervorstechenden Säure sehr belebend.

Es bleibt dabei, das ist nach wie vor ein Wein, den ich mir gerne immer wieder aus dem Regal ziehe. Und ich denke, daß die restlichen Flaschen derzeit nicht Gefahr laufen, qualitativ abzusacken.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3

Hier noch der Text der Verkostung vom 12. Januar 2015:

2013er Überlinger – Cuvée Blanc – trocken – Qw, Kress, Bodensee

Der Überlinger ist eine Cuvée aus Grauburgunder, Müller-Thurgau und etwas Gewürztraminer (soweit ich mich erinnern kann, Frau Kress hat es mir vor Ort gesagt). Reiner Gewürztraminer ist ja in der Regel gar nix für mich, das ist mir von den würzigen Noten her meistens zu viel. Aber hier ergänzen sich die Sorten zu einer herrlich frischen Mischung verschiedener Fruchtnoten wie Birne, Quitte und Aprikose. Die lebendige, aber nicht aufdringliche Säure macht den noch etwas perlenden Wein sehr frisch und äußerst angenehm zu trinken, man hat auch recht lange was davon am Gaumen.

Dafür, daß der Wein noch unter 10 Talern kostet (mein günstigster Kress-Wein), bietet er ein wirklich außergewöhnliches Geschmackserlebnis, macht sehr viel Freude im Glas!

Meine Wertung: Nachkauf 3/3

vor allem auch deswegen, weil das Seegut vom Ambiente her, welches die Freundlichkeit der Winzerfamilie ausdrücklich einschließt, eines derer ist, die mir mit am besten gefallen. Da fahre ich immer wieder gerne hin! Spätestens im Frühjahr wieder, hoffentlich…

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