Die Scheu vom Scheu – Relaunch

Nach über zwei Jahren war nun mal wieder eine der PLV-Überraschungen des Jahres 2016 zur Neuverkostung dran:

2015er Scheurebe – trocken – Qw, Scheu, Pfalz

Die Farbe ist ein leuchtendes Goldgelb, für den Riechkolben gibt’s dicht und frisch Zitronenschalen, etwas Limette, weiße Johannisbeeren sowie ein paar nicht ganz reife Mirabellen, mit etwas Luft auch leicht Mandarine, dazu leicht einige Kräuter wie Estragon und Kerbel; wie schon beim letzten mal verschiebt sich die Fruchtaromatik mit der Zeit etwas zur gelben Seite hin. Geschmacklich ebenso wunderbar frisch, viel grün-gelbe Zitrusaromen incl. Pomeranze und Pampelmuse mit den entsprechenden, dezenten Bitterchen, wieder die weißen Johannisbeeren und Karambole sowie ein zwar etwas zurückhaltendes, aber recht differenziertes Kräuterbett incl. Salbei auf Beton. Der Abgang ist von schöner Länge, dabei ebenfalls klar auf der beschwingten Seite mit herb-bitteren Finale der sehr angenehmen Art.

Nach wie vor eine sehr schöne Scheurebe, die mit Frische, Vielschichtigkeit und auch einem eigenen Kopf glänzen kann. Sowas ist bei anderen Häusern selbst zum teils doppelten Preis auch nicht besser…

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 19/25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 6. August 2016:

Nachdem ich letztes Jahr bei einer unserer Weinrunden ja mal recht positiv von einem Philipp Cuntz vom Weinhof Scheu überrascht wurde, war klar, daß ich von diesem Gut auch noch was anderes probieren muß. Jetzt habe ich mal eine Scheurebe aus Schweigen aufgemacht:

2015er Scheurebe – trocken – Qw, Scheu, Pfalz

Im Glas zwischen Stroh- und Goldgelb, in der Nase weiße Johannisbeeren, Pomelo, etwas nicht ganz reife Nektarine und Estragon, insgesamt hier recht frisch und ausgewogen zwischen grüner und (hell-) gelber Aromatik. Wobei die gelbe Seite sich mit etwas Zeit leicht nach vorne schiebt. Am Gaumen sehr frisch-fruchtig, wieder die weißen Johannisbeeren, etwas Karambole, Limette mit kleinem Bitterchen, später auch eine kleine Mandarine, erneut etwas Estragon sowie noch Oregano, ganz hinten was ganz leicht lakritziges. Dazu etwas Zement (hört sich jetzt nicht so prickelnd an, kommt aber lecker ′rüber). Die Säure ist recht kräftig, führt aber zu keinerlei negativen Begleiterscheinungen. Mit 12 Volt ist die Scheurebe auch alloholmäßig auf der leichten Seite unterwegs. Der Abgang ist erst frisch, dann fruchtig, wirkt dabei fast extraktreicher als am Gaumen.

Dies ist genau das richtige Getränk, wenn es um das Thema Sommerwein geht. Und das Ganze für schlappe 6,80 Euronen ab Hof! Leute, vergeßt den ganzen Supermarkt-Plempel, wenn’s vom Winzer direkt solche Sachen mit einem rekordverdächtigen PLV gibt. Diese Scheurebe ist leicht und frisch, dabei fernab der Belanglosigkeit und bringt sogar noch eine aus meiner Sicht recht eigenständige Note mit. So soll’s sein!

Meine Wertung: Nachkauf 3/3

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