Also wissen se, nee!

Vor einiger Zeit stand mal ein Rotwein zum Kochen zur Verfügung, der zwar zu diesem Zweck ganz gut geeignet war, zum trinken aber weniger. Jetzt tauchte mal die weiße Variante in einer Küche auf:

2017er Lesestoff – Weissgekeltert – Blanc de Noirs – Cuvée – [halbtrocken] – Qw, Lauffener Weingärtner eG, Württemberg

Vom Hersteller wird

Am Gaumen vereinen sich florale Aromen von Ananas, weißem Pfirsich und Aprikose mit feiner Säurestruktur zu einer ausgewogenen Balance. Die Fülle dieses Weines und ein feiner Touch Fruchtsüße bilden ein besonderes Genusserlebnis.

versprochen, woanders habe ich noch folgende Aussage gefunden:

Mit der Zusammenstellung aus verschiedenen Cabernet-Sorten haben die Winzer die optimale Balance für das Produkt gefunden. Herausgekommen sei ein  Geschmacksprofil, das die goldene Mitte zwischen dem fruchtigen »deutschen Typ« und dem gerbstoffbetonten, internationalen Weinprofil treffe.

Mal sehen, was davon bei mir ankommt:

Im Glas hell rhabarbersaftfarben, für die Nase gibt’s erst verhalten, später deutlich Lychee, das war’s dann auch schon. Geschmacklich sind die Lychees dann sehr bonbonig sowie recht penetrant und klebrig zuckerschwanzig mit bedeutungsloser Säure, entfernt ein Chinin-Bitterchen. Auch den Abgang vergißt man besser ganz schnell.

Nö, sowas nehm‘ ich nicht mal zum Kochen her! Und bei den Beschreibungen wurde schon sehr ordentlich schöngeredet. Wahrscheinlich würde aber der international renommierte Weinkritiker LM aus I 98 Punkte geben! Aber es gab‘ zum Glück noch was anderes zum Kochen…

Meine Wertung: Nachkauf 0/3, Gesamt 8/25

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2 comments on “Also wissen se, nee!

  1. Man liest ja, dass man zum Kochen einen Wein verwendet sollte, den man auch trinken würde. Ganz so extrem bin ich zwar nicht unterwegs, dennoch kann ich verstehen, dass der Blanc de Noirs nicht in den Kochtopf gekommen ist.

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    • Ja, das liest man immer wieder, ich halte das aber für Unsinn. Beim Kochen wird der Wein ja schließlich thermisch extrem belastet, da bleibt auch vom besten Burgunder nicht mehr so wahnsinnig viel übrig und ich bezweifle, daß auch feinsinnigste Zungen den als solchen in der Sauce erkennen würden. Wichtig ist da für mich, daß keine penetranten oder gar Fehlaromen dabei sind, die das Ergebnis beeinträchtigen könnten, vor allem auch auf der bitteren bzw. metallischen Seite; selbst an sich normaler „Chianti-Staub“ kann mich beim Kochen schon stören, auch deshalb verwende ich auf der roten Seite eher tanninarme Weine zum Kochen, also lieber Spätburgunder als Barolo. Es gibt auch Leute, die korkigen Wein noch für die Sauce verwenden, weil sie der Meinung sind, das TCA würde sich dabei komplett zersetzen und / oder verflüchtigen. Hab‘ ich einmal interessehalber probiert, ging voll in die Hose!

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