Steiler Hase – Relaunch

Heute habe ich mich eines Weines erinnert, den ich vor ziemlich genau zwei Jahren von der Aromatik her eigentlich sehr schön fand, aber insgesamt war er mir noch etwas zu reduziert (nicht reduktiv!) und ich fragte mich, ob der

2013er Müller-Thurgau – Tauberzeller Hasennestle – Steillage – trocken – QbA, Kraemer, Taubertal

mit der Zeit das damalige leichte geschmackliche Loch doch noch etwas besser füllen kann:

Die Farbe ist ein unauffälliges Strohgelb, für die Nase gibt’s Kräuterwiese gepaart mit Zitronenzesten, auch solchen von der Limette und was steiniges, was mich ein bißchen an das Flußbett eines Gebirgsbachs erinnert. Am Gaumen ist der MT gleich sehr frisch und leicht anmutend, aber das o.a. geschmackliche Loch taucht nicht mehr auf. Die Frucht in Form von Zitrone und Limette steht auch hier an zweiter Stelle, hier sind die Bachbettsteine mit dem Wiesenrandstreifen klar führend, die Säure ist deutlich, aber nicht aggressiv und stützt den frisch-leicht-beschwingten Eindruck. Der Abgang schlägt in die gleiche Kerbe: frisch-mineralisch mit animierender Zitrusnote ohne Einfluß auf die Mimik.

Die weiteren zwei Jahre Lager haben dem Müller nun keinen überbordenden, dichten Extrakt verschafft, aber die nach wie vor vorhandene „Leichtigkeit des Seins“ hat nun ein schönes und ausgewogenes Maß an Substanz, gefällt mir jetzt deutlich besser. Sollte man aber nicht zu warm werden lassen!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 09. Februar 2017:

Vor einiger Zeit gab es im Vorprogramm einer unserer Weinrunden bereits mal einen schönen MT aus dem Taubertal, damals allerdings aus der Lage Röttinger Feuerstein. Heute dann mal der Schwesterwein

2013er Müller-Thurgau – Tauberzeller Hasennestle – Steillage – trocken – QbA, Kraemer, Taubertal

Ob der hier genauso schön ist?

Die Farbe ist ein recht helles Strohgelb mit ein paar grünen Schimmern. In der Nase frisch und leicht grünlich, etwas Flint und Rauch im Hintergrund, nach einiger Zeit auch ein klein bißchen Braunwürze. Fruchtseitig zeigen sich hauptsächlich Limette und Pampelmuse sowie etwas grüner Apfel. Am Gaumen dann ebenfalls viel Zitrus, etwas grüne Karambole, viele nasse Steine, knackige Säure. Der Abgang ist von einiger Länge, sehr zitrus- und säurebetont, aber ohne die Mimik nachteilig zu beeinflussen.

Im Bereich der frisch-und-leicht-Weine ein sehr schöner Vertreter, der trotz der eigentlich überschaubaren Aromabestandteile weit von der Eindimensionalität entfernt ist, mir aber insgesamt fast etwas zu karg ist. Paßt eigentlich fast mehr in den Sommer, aber trotzdem habe ich mir heute was recht frisches und eher leichtes eingebildet, hat gut gepaßt!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 16 von 25

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