…nicht mal ein Landwein…

Normalerweise trinke ich alleine ja überhaupt nix, zumindest nix mit Allohol. Aber bei dem schönen Wetter heute habe ich mir auf der Terrasse dann doch ein Gläschen gegönnt:

2014er [Cuvée] – Pannobile – trocken – Wein aus Österreich, Claus Preisinger, Weinland

Daß einige der Preisinger-Weine „nur“ Landweine sind, daran bin ich ja schon gewöhnt. Dieser hier ist aber nicht mal das, er ist ein „Wein aus Österreich“. Warum? Es handelt sich um eine Cuvée aus 60 % Zweigelt und 40 % Blaufränkisch. Die Trauben kommen

aus einer Vielzahl ausgezeichneter, als Pannobile Lagen festgelegten Weingärten an den Hängen des Wagram sowie auf der Parndorfer Platte.

Die Trauben kommen also anscheinend aus verschiedenen Weinbaugebieten, jedoch aus der gemeinsamen Weinbauregion „Weinland“, warum dies also nicht mal ein Landwein im Sinne des österreichischen Weingesetzes ist, erschließt sich mir nicht so ganz, wird aber sicher seinen Grund haben. Weiter heißt es auf der Heimseite des Gutes:

Handlese ab Ende August, Vorselektion und Nachsortierung im Weingut, Spontanvergärung u.a. in offenen Bottichen, 18 Monate Reifung in kleinen Eichenfässern. Säure 5,8 g/l, RZ 1,0 g/l.

Im Glas zeigt sich der Pannobile mit einem dunklen und trüben Kirschrot mit mäßiger Transparenz, für die Nase gibt’s saftige, aber doch leicht angemostete Sauerkirschen, eine Ahnung von Chianti-Staub, sonnengegerbtes, graues Fichtenholz, etwas Speckstein. Am Gaumen ein erstmal leichter Eindruck trotz deutlicher, aber samtiger Tannine mit gemäßigter Adstringenz, dann eine Mischung aus Pampelmusen- und Eisenbitterchen, wieder Speckstein; die Frucht spielt hier auf sehr leichte, aber dennoch nicht dünne, sondern sogar etwas „schmatzige“ Weise mit, der Wein ist einfach sehr niederviskos, dazu trägt die deutliche, aber gut balancierte Säure auch ihren Teil bei. Trotz der niedrigen Viskosität bleibt die reduzierte und gesteinsbemehlte Frucht beim Abgang sehr lang und warm präsent, verschiedene dezente Bitterchen geben sich die Hand.

Unglaublich leicht und doch stoffig wirkender Wein, das war für die Zeit auf der sonnenüberfluteten Terrasse (ja, das mußte jetzt sein!) eine erstaunlich glückliche Wahl, ich wußte ja nicht, was da auf mich zukommt. Kostet allerdings normal 22,50 Euronen pro Eintel, das könnte manchem für den Typus „leichter Sommerrotwein“ (wenn auch mit einer gewissen Fülle und Anspruch) etwas zu viel sein; wenn man ihn allerdings -wie ich- ausnahmsweise für einen Zehner schießen kann, gibt’s zum meckern nicht mal ansatzweise einen Grund…

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 19/25

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