Fruchtig gipsig

Gestern hab‘ ich mir zum Essen einen gehaltvolleren Silvaner vorgestellt, da hab‘ ich aus meiner Ruck-Probierkiste folgenden Wein ‚rausgezogen:

2016er Silvaner – Iphöfer Kronsberg – Alte Reben – trocken – Erste Lage, Johann Ruck, Franken

Im Glas ein recht helles Goldgelb, nasenmäßig gibt’s Pfirsich und Mirabelle, nimmt innerhalb einer halben Stunde erheblich zu; leicht kräuterig-pfeffrig im Hintergrund, am Gaumen wird der deutliche Extrakt dann sogar leicht bizzelig, stört (mich) aber nicht weiter. Die Säure ist hier potent und mild zugleich, das Ganze rutscht aber nicht ins cremig-breite ab, sondern bleibt recht fluffig. Die Frucht wird um einige zitrisch-süße Akzente ergänzt, auch hier etwas weißer Pfeffer mit etwas Kräutersalz. Der Abgang ist ziemlich lang, dicht gelbfruchtig, extraktreich und schwimmt auf ein bißchem gelöschtem Kalk daher.

Ich find’s immer wieder faszinierend, wie schön man in Franken Muschelkalk- von Gipskeuper-Silvaner (dieser hier) unterscheiden kann. Ist zwar in diesem Fall etwas mehr auf der fruchtigen Seite angesiedelt, aber die Kräuterunterlage findet man in dieser Form sonst eher nicht. Interessant vor allem auch für Leute, die ein „Säureproblem“ haben, deswegen aber trotzdem nicht auf „Breitwein“ ausweichen wollen, häufig gibt’s da ja nur „entweder – oder“. Hat auch nicht nur wegen des Pfeffers Ähnlichkeiten mit einem dichteren Grünem Veltliner.

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 20/25

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