Trentiner Sauvignon – Relaunch 2

Heute wieder mal ein Weinchen, das ich seit über zwei Jahren nicht mehr im Glas hatte:

2013er Sauvignon [blanc] – Piazzole – Trentino DOC, Zeni, Trentino

Die Farbe ist ein helleres Goldgelb, nasenmäßig gibt’s reife Jostabeeren, ein paar mürbe Äpfelchen, etwas nassen Putzlappen, Koriandersaat und Beifuß. Am Gaumen dominiert die leicht schmutzige Kräuterseite mit etwas Blumentopf und alter Berghütte sowie einem Hauch Teer, fruchtseitig gibt’s noch ein paar Fetzen leicht bitterer Kaktusfeige und Stachelbeere, die Säure ist sehr schön balanciert. Beim recht langen Abgang steht der Teer etwas weiter im Vordergrund, ansonsten auch hier Kräuterdominanz mit schöner Schmutzigkeit und belebender Säure.

Von der ursprünglichen Frucht ist nun kaum etwas übrig geblieben, dafür trumpft die Sekundäraromatik mit den besagten „verschmutzten“ Kräutern in ausschließlich angenehmer Weise auf. Das mag für jemanden, der einen „typischen“ SB erwartet, spätestens am Gaumen eher abschreckend wirken, ich finde jedoch, daß der „Piazzole“ sich sehr schöne und durchaus auch eigenständige Reifenoten zugelegt hat. Hat sich in den letzten 2 Jahren enorm nach vorne entwickelt, ich hätte dem Wein diese schöne und deutliche Entwicklung anfangs auch gar nicht zugetraut. Wenn man also ein bißchen Zeit hat, ist das hier ein SB mit sehr gutem PLV…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 08. Januar 2017:

Heute wollte ich mal wissen, was sich in einer meiner Urlaubsmitbringsel-Flaschen aus dem Trentino so getan hat, nachdem ich ja zuletzt der Meinung war, daß der Zenit womöglich schon überschritten sei:

2013er Sauvignon [blanc] – Piazzole – Trentino DOC, Zeni, Trentino

Im Glas ein mittleres Goldgelb, in der Nase sehr reife Jostabeeren, Ananas und etwas Bratapfel sowie nasse Kreide, ganz dezent Flint. Am Gaumen die gleichen Früchte, auf der säuerlichen Seite noch etwas Zitrus in Form von Grapefruit und leicht Mineloa, dazu wieder etwas Rauch sowie heißer Gummiabrieb. Dem nicht geringen Extrakt steht eine sehr schön ausbalancierte Säure gegenüber, die Kreide schlägt auch hier durch, wo auch immer die herkommen mag. Der Abgang ist recht lang und mineralisch-fruchtig auf beständig hohem Niveau, der dichte Extrakt wirkt auch hier nicht klebrig.

In den letzten 7 Monaten hat sich der Sauvignon schön weiterentwickelt, die Aromatik hat sich wohl interessanterweise etwas zur Fruchtseite hin verschoben. Immer noch ein schöner und eigenständiger SB für Fortgeschrittene, der wohl doch noch nicht am Ende seiner Karriere angekommen ist und darüber hinaus den Geldbeutel nicht sonderlich strapaziert.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 16 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 30. Mai 2016:

Ich habe mal wieder was von Roberto Zeni aus dem Keller geholt und dabei festgestellt, daß ich seinen

2013er Sauvignon [blanc] – Piazzole – Trentino DOC, Zeni, Trentino

hier noch gar nicht beschrieben habe. Also dann:

Im Glas strohgelb mit Tendenz ins Goldene, in der Nase nicht gleich als Sauvignon erkennbar, eher reife Ananas, Sternfrucht und etwas Flint sowie Rauch bestimmen den Geruch. Am Gaumen ist der SB ebenfalls von der rauchigen, leicht herben Mineralik geprägt, wobei hier noch Tabak, schwarzer, weicher Rohrzucker und ein klein bißchen angebrannter Gummi dazu kommen. Klingt jetzt erst mal nicht wirklich lecker, aber die Dosis macht’s. In der aktuellen Konzentration ist es jedenfalls noch interessant. Die Früchte sind hier mittlerweile weit zurückgetreten, man kann jedoch etwas reifen Pfirsich im Hintergrund erkennen. Die Säure ist immer noch sehr prägend, jedoch gut ausbalanciert. Von Frische kann man angesichts der speziellen Mineralik nicht unbedingt sprechen, aber schwer ist der Wein trotz 13 PS dennoch nicht. Der Nachhall ist ebenfalls deutlich auf der mineralischen Seite daheim und hält eine mittellange Zeit an.

Den SB muß man in diesem Zustand schon mögen, jedermanns Sache ist das sicher nicht. Der ein oder andere würde dem Wein wohl einen Fehlton bescheinigen, ich gehe (noch) nicht soweit. Aber ich denke auch, daß der Wein nun nicht mehr viel Entwicklungspotential vor sich hat, besser jetzt trinken. Mir hat er in der aktuellen Konstellation aufgrund seiner nicht alltäglichen Aromatik jedenfalls Spaß gemacht.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: An der -mineralischen- Aromatik an sich hat sich nichts grundlegendes geändert, aber die etwas krasseren Komponenten haben ihre Ecken etwas abgerundet, der SB hat sich deutlich zur geschmeidigen Seite hin entwickelt. Aber er ist sicher immer noch nicht everybodies darling.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s