Julius V. – Relaunch – Nachtrag

Gestern gab’s zum Spargel -total langweilig- erneut Silvaner, diesmal habe ich wieder was vom Juliusspital herausgezogen, das nun schon ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat:

2014er Silvaner – Würzburger Stein – trocken – Erste Lage, Juliusspital, Franken

Im Glas ein leuchtendes Goldgelb, am Glasrand wenige Blubberbläschen. Das Bukett liefert erst mal satt roten Phosphor und pastösen Schwefel, dahinter kann man einiges an Gelbfrucht erahnen, aber nicht (mehr) differenzieren. Am Gaumen ebenfalls sehr mineralisch, durch die Säure nebst etwas verbliebenem CO2 sehr bizzelig-frisch, die Frucht ist hier vorwiegend limetten- und pomeranzenlastig, dazu deutliche Chinin- und Pomeranzen-Bitterchen. Der Abgang ist sehr frisch-zitrisch-mineralisch und macht recht lange Freude incl. dem grünen Zitrusbitterchen.

Dieser Wein bestätigt mal wieder meine Liebe zu den Weinen aus kälteren Jahren, frisch, mineralisch, belebend; so soll’s sein! Eindrucksvoll ist vor allem die Entwicklung, die diese Erste Lage in den letzten 3½ Jahren von der Frucht zur recht eigenständigen Mineralität vollzogen hat, das rechtfertigt bei mir eine deutliche Aufwertung…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

Nachtrag nach 48 Stunden mit Luft: die mineralische Seite hat sich von Phosphor und Schwefel nunmehr hin zum Torf entwickelt, dadurch wirkt der Wein nun total anders. Das Ganze ist für mich eine schöne Seitwärtsbewegung, also keine Änderung in der Bewertung.

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 03. Dezember 2015:

Neulich habe ich ja vom gleichen Weingut den Riesling vom Würzburger Stein aufgemacht und fand ihn nicht ganz so berauschend. Mal sehen, ob das mit dem

2014er Silvaner – Würzburger Stein – trocken – Erste Lage, Juliusspital, Franken

genauso ist, aber ich hoffe auf einen deutlichen Unterschied.

Dunkleres Strohgelb im Glas, in der Nase frisch-fruchtig nach Äpfeln, etwas Birne und Ananas, später auch nach Pfirsich duftend. Am Gaumen setzt sich dieser Eindruck fort. Ein klein wenig Limette und Grapefruit ohne Bitterchen kommen mit der gut eingebundenen Säure daher, die den deutlichen Extrakt schön ausgleicht. Ein paar Steinchen runden den Eindruck ab, die 13,5 Umdrehungen laut Etikett passen zum Geschmackserlebnis. Der Abgang ist recht intensiv fruchtig-mineralisch mit leicht saurem Charakter.

Ein bißchen rauh und ungestüm wirkt der Silvaner noch, aber er macht auch in dieser Form bereits sehr viel Spaß. Ganz anders als der o.g. Riesling aus der gleichen Lage und dem gleichen Jahr, da liegen hinsichtlich der Komplexität und dem erlebten Genuß Welten zwischen den Weinen. Beide Weine haben 2015 Gold vom fränkischen Weinbauverband erhalten. Das geht für den Silvaner sicher in Ordnung, für den Riesling verstehe ich die Prämierung im derzeitigen Zustand nicht. Für mich ist diese Medaille daher hinsichtlich ihrer Aussagekraft völlig Banane…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

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