Bodensee-Burgunder – Relaunch 3

Bald sind schon wieder zwei Jahre seit der letzten Verkostung des

2013er Weissburgunder – Meersburger Sängerhalde – 1 Lilie – trocken – Qw, Aufricht, Bodensee

vergangen, Zeit zu testen, wie sich die letzte Flasche nunmehr präsentiert:

Die Farbe ist ein dichteres Goldgelb, das Bukett ist ohne Startverzögerung intensiv torfig und süßlich pfeifentabakig, im Hintergrund vielleicht ein paar Backäpfel. Am Gaumen sind Torf & Co. etwas weniger vorlaut, hier gibt’s dann neben Lindenblütenhonig und Salzkaramell auch matschige Khaki und ebensolche Aprikosen, ergänzt um ein bißchen Orange nebst ganz kleinem Bitterchen und etwas Koriandersaat. Die Säure spendiert dem kernigen Extrakt einige frische Einschlüsse, sodaß der WB niederviskos bleibt. Der Abgang ist von ordentlicher Länge, ist dabei einerseits von intensiver, angetorfter Frucht geprägt, Säure und Orange bieten aber ausreichend Kontra, um Fettleibigkeit zu vermeiden.

Ich schätze mal, daß der Lilien-WB seinen Zenit nun erreicht oder knapp überschritten hat. Jetzt ist zumindest am Gaumen und beim Abgang trotz deutlicher Reifenoten noch alles schön im Lot, Trinkfluß ist aktuell noch ausreichend vorhanden.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 16. Juli 2017:

Und weiter geht’s mit den Wiedergeburten! Manchmal kann ich gar nicht glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Die Erinnerung an die letzte Verkostung dieses

2013er Weissburgunder – Meersburger Sängerhalde – 1 Lilie – trocken – Qw, Aufricht, Bodensee

ist noch so präsent, daß ich ihn im Keller erst mal wieder zurückgelegt habe, bis ich festgestellt habe, daß seit der letzten Flasche auch schon wieder ein Jahr vergangen ist. Also dann doch:

Die Farbe ist ein leuchtendes, etwas dichteres Goldgelb. Für die Nase gibt’s weißen Pfirsich und Mirabellen, ein paar mürbe Äpfelchen noch, ganz leicht was petroliges und mit der Zeit zunehmend etwas Vanille und Karamellbonbon. Am Gaumen ist der Fruchtkorb etwas größer, hier werden auch Quitten und kandierte Zitrusfrüchte auf der orangen Seite geboten, etwas weißer Pfeffer schwingt auch mit. Steinige Mineralik ist zwar vorhanden, man muß aber schon ein bißchen danach suchen. Vom Holzausbau stammen wiederum Vanille und leicht Karamell, diese Aromen halten sich anfangs aber dezent -wenn auch nicht verschämt- im Hintergrund auf um mit etwas Luft dann deutlich an Raum gutzumachen; es wirkt aber auch nach gut zwei Stunden in keinster weise übertrieben. Die Säure setzt dem ordentlichen Extrakt ebenso ordentlich was dagegen. Der Abgang offeriert minutenlang den prall gefüllten Fruchtkorb, wobei die Extraktsüße sich deutlich, aber nicht unangenehm bemerkbar macht. Zum Ende hin kämpft sich wieder die Lakritze etwas nach vorne.

Wenn ich mir meine Beschreibung vom letzten Jahr so anschaue, hat sich eigentlich nichts grundsätzliches geändert, ein bißchen „reifer“ vielleicht, aber nicht in der Form, daß ich annehmen würde, der WB hätte seinen Zenit schon überschritten. Nicht ganz so gut wie das heute noch geleerte GGchen, aber dafür weniger als halb so teuer…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 31.07.2016:

Den hier vorgestellten Wein hatte ich letztes Jahr schon mal zu einer unserer Weinrunden mitgenommen, deshalb findet man den Text zur letzten Verkostung auch nicht unten angehängt, sondern hier. Es handelt sich um den

2013er Weissburgunder – Meersburger Sängerhalde – 1 Lilie – trocken – Qw, Aufricht, Bodensee

Die Farbe ist ein helles Goldgelb. Geruchlich zeigen sich gleich sehr intensiv Pfirsich und Karamell, dazu eine deutliche, aber doch zurückhaltende Braunwürze. Am Gaumen kommt etwas weißer Pfeffer dazu, auch reife Quitten, wenig Minneloa. Das Holz ist ebenfalls deutlich, aber auch noch in der zweiten Reihe. Die Säure zeigt sich ausgewogen, der gehaltvolle WB wirkt dadurch noch elegant bis frisch. Die Steine sind eher klein, runden den Eindruck aber schön ab. Der Abgang ist sehr lang, dabei intensiv fruchtig, Pfeffer und etwas Lakritz zeigen sich hier sehr deutlich.

Immer noch ein schöner gehaltvoll-frischer WB, der trotz des dichten Extrakts nicht zu wuchtig ist. Seit der letzten Verkostung hat er sich schon signifikant verändert, wobei ich auch hier (noch) nicht von „Reifung“, sondern eher von „Entwicklung“ reden würde. Nicht besser oder schlechter geworden, aber etwas anders, wobei die Komplexität des Buketts etwas abgenommen hat, am Gaumen finde ich den Wein heute dagegen etwas schöner.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

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