Würziger Portugiese – Relaunch

Fast 4 Jahre ist es her, daß ich einen meiner günstigsten Weine im Keller (stammt auch nicht aus dem Supermarkt) zuletzt im Glas hatte, da wurde es gestern höchste Zeit zu testen, ob der überhaupt noch was zu sagen hat:

2014er [Cuvée] – JP Azeitão Branco – Vinho Regional Península de Setúbal, Bacalhôa, Setúbal

Recht dichtes Goldgelb, in der Nase würzige Gelbfrucht (Kaktusfeige, Mirabelle), am Gaumen ebenfalls deutlich Muskat, Anis und etwas weißer Pfeffer, die Frucht wird durch ein paar Limettenzesten ergänzt, mit der gut austarierten Säure wirkt das Ganze schön frisch. Weiters ein paar bizzelig-herbe Steine nebst einem gehauchten, holzigen Bitterchen. Der Abgang ist recht lang, dabei würzig-fruchtig mit animierender Säurestruktur.

Gerade für den Preis von etwas über 5 Euronen ist das ein ausgesprochen ansprechender Wein, der in keinster Weise plakativ, breit oder sonstwie langweilig wäre. Und die 5 Jahre auf dem Buckel machen sich auch in keinster Weise negativ bemerkbar, eher im Gegenteil; insbesondere die Säure-Balance scheint gewonnen zu haben.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 17 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 21. September 2015:

Gestern war der zweite Portugiese aus Olching dran! Und zwar der

2014er [Cuvée] – JP Azeitão Branco – Vinho Regional Península de Setúbal, Bacalhôa, Setúbal

Der Azeitão ist eine Cuvée aus Moscatel Graúdo und Fernão Pires. In welchem genauen Verhältnis, weiß ich zwar nicht, der der Einfluß der würzigen Moscatel-Rebsorte war bei der Verkostung allerdings schon deutlich, für mich aber weit auf der angenehmen Seite.

Der Azeitão hat eine stroh- bis goldgelbe, helle Farbe. In der Nase gleich dominierende Würzaromen nach Nelke, Sternanis, Muskat, aber auch etwas Kardamom. Die Fruchtseite verschwindet ein bißchen dahinter, aber man kann einige Kern- und Steinobstaromen ausmachen. Am Gaumen bestätigt sich die von der Nase erkannte würzige Seite, jetzt aber deutlich mehr Früchte auf der reifen Seite, Pfirsiche und Äpfel, bis hin zu Rosinen und Feigen sowie ein paar Mandarinenzesten. Ebenfalls einige florale Noten, mit denen ich mir aber bezüglich der Beschreibung schwer tue. Der Wein bringt nicht sehr viel Säure mit, aber durch den noch einigermaßen gemäßigten Alkoholgehalt (13 PS) und den samtig eingebundenen Extrakt fließt der Wein dennoch recht widerstandslos die Kehle runter. Der Abgang ist mittellang und ebenfalls klar auf der würzigen Seite.

Der Wein kostet gerade mal etwas über 5 Euronen, da muß man schon ziemlich lange suchen, bis man in dieser Preisklasse was Vergleichbares findet. Es gibt sie immer wieder mal, die wirklichen Schätzchen für kleines Geld, die sich weit jenseits von Durchschnitt und Belanglosigkeit aufhalten!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

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