Verschmähte Traube – Relaunch

Gestern brauchte ich zum Abendessen auf der Terrasse mit nicht ganz so nerdigen Weintrinkern was, das für die Gäste nicht zu abgefahren und für mich nicht zu belanglos ist, da habe ich mein Glück mit folgendem Wein probiert:

2015er Welschriesling – trocken – STK, Lackner-Tinnacher, Südsteiermark

Die Farbe ist ein mittleres Strohgelb, das Bukett zeigt mürbe Kaktusfeigen und leicht Abate-Birnen und Talcum. Geschmacklich wiederholt sich das Ganze nochmal, die Frucht ist einerseits gut bemessen, wirkt aber doch irgendwie recht leicht, die Säure ist gar nicht mal schwachbrüstig, dennoch cremt das Ganze recht gut. Der ordentlich lange Abgang ist auch etwas unentschlossen zwischen Breite und Frische.

Der Wein hat mir vor knapp drei Jahren noch deutlich besser gefallen, die Frucht hat die frischebildenden Bestandteile leider deutlich nach hinten gerückt. Kam aber bei den weniger weinaffinen Leuten dennoch sehr gut an und ich hatte zumindest kein Problem mit dem Wein.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 16 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 12. August 2016:

Der Welschriesling wird in der Regel immer etwas schräg angeschaut, weil dieser Sorte -ähnlich wie beim Müller-Thurgau- einfach nichts zugetraut wird. Wobei die Skepsis aufgrund der Vielzahl an belanglosen bis schrecklichen Erzeugnissen auch durchaus begründet ist. Ich hatte bis jetzt nur einen Welschriesling im Glas, der mir sehr gut gefallen hat, der aber auch zu der Gruppe der recht polarisierenden Weine gehört.

Nun habe ich mal wieder eine Flasche Welschriesling von einem Weingut aufgemacht, von dem ich bis dato noch keinen schlechten Wein getrunken habe, ich hoffe einfach mal, daß das so bleibt:

2015er Welschriesling – trocken – STK, Lackner-Tinnacher, Südsteiermark

Die Reben, von denen die Trauben für diesen Wein stammen, sollen schon recht alt und damit die Trauben eher kleinbeerig sein, was wiederum den Wein gehaltvoller machen soll. Mal sehen:

Im Glas relativ hell, zwischen Stroh- und Goldgelb. Das -etwas verhaltene- Bukett zeigt frische Äpfel und Karambole. Am Gaumen sehr frisch, ebenfalls knackige grüne Äpfel und die Karambole, aber auch Zitrusfrüchte von der Pomelo über Limette (mit ganz leichtem Bitterchen) bis zur Ugli, später auch leicht Mandarine. Dazu ein bißchen Estragon und Blumenwiese, leicht salzig. Deutliche, schön korrespondierende Säure, die so gar nicht zu unserem aktuellen Sommer (jetzt gerade 14 °C) paßt. Der Abgang ist zitrus- und säurebetont, ohne die Gesichtsmuskeln nachhaltig zu beeinflussen. Obwohl der Wein ziemlich trocken ist, reicht der Extrakt locker aus, für ein elegantes, aber doch frisches Gleichgewicht zu sorgen.

Paßt eigentlich gut in den (wirklichen) Sommer, aber so lange wollte ich jetzt nicht mehr warten. Also wieder ein Wein von L-T, der mich nicht enttäuscht hat! Anders als der oben verlinkte Welschriesling hat dieses Gewächs allerdings nichts polarisierendes an sich. Er ist unkompliziert, aber nicht langweilig, dabei durchaus auch etwas eigen. Schön!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

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