viel Wein für’s Geld

Als zweiten Wein gab’s gestern Abend dann noch einen weißen Portugiesen:

2016er [Cuvée] – Catarina – Vinho Branco – Vinho regional Península de Setúbal, Bacalhôa, Setúbal

„Catarina“ ist übrigens eine Cuvée aus Fernão Pires, Chardonnay (welcher einige Monate im Barrique ausgebaut wurde) und Arinto.

Im Glas ein mittleres Goldgelb, für’s Näschen gibt’s dicht und leicht cremig mürbe Äpfel und Mirabellen, etwas rote Eßbanane, ein Hauch Krautwickel, sehr dezent Holzbraunwürze mit Vanille. Geschmacklich dann cremig-stoffige Frucht, das Holz ist hier etwas präsenter, die Säure ist distinguiert und dennoch effektiv. Der sehr lange Abgang zeigt eine ausgewogene Balance zwischen Frucht und Holz, die Säure ist hier am besten austariert, ein Hauch Teer kratzt beim Finale sanft am Rachen.

Der Chardonnay-Anteil ist am deutlichsten erkennbar, allerdings kann ich die beiden anderen Rebsorten in Ermangelung der Kenntnis daraus hergestellter reinsortiger Weine nicht wirklich einordnen. Eleganz und Frische arbeiten hier jedenfalls schön gegen- und miteinander, ist auch ziemlich viel Wein für’s Geld, auch wenn er (noch?) etwas hinsichtlich Expressivität und Komplexizität hinter dem 14er zurück steht.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

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2 comments on “viel Wein für’s Geld

  1. Olá Senhor Erich 🙂
    Vielen Dank erstmal, dass du mal wieder einen meiner Weine getrunken und analysiert hast und dann auch noch in so positiver Art und Weise.
    Zu deiner Frage 16 vs. 14 gibt es eine sehr einfache Antwort:
    16 war in Portugal der sehr viel besserer Jahrgang für Rotweine als 14. 14 war ein Jahrgang den man in einigen Regionen generell lieber vergessen würde. 14 war allgemein sehr viel kühler und mit mehr Niederschlag, was meiner Erfahrung nach in Portugal besonders den Weißweinen zu Gute kommt, die gerade in solchen „off-vintages“ brillieren. D.h. schlechte Rotweinjahrgänge sind oft fantastische Weißweinjahrgänge. Das ist insbesondere auch der Fall beim Catarina, bei dem ich den 14er wie du außerordentlich gut finde.
    Der 16er hat, wie du richtig schreibst, aber noch das Potential in den nächsten Jahren ein bisschen zuzulegen. Wie du bin ich gespannt wo da die Reise hingeht.

    Liebe Grüße

    Manuel

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    • Hallo Manuel,
      schaumamal, ich hab‘ ja noch was. Die nächste Flasche wird wohl so in zwei bis drei Jahren dran kommen.
      Mir sind die kühleren Jahrgänge in der Regel deutlich lieber, allerdings trinke ich ja meist eher weiße Sachen. Rotweine profitieren häufig besser von den wärmeren Jahren, sofern sie nicht ins marmeladige abgleiten, bei kalten Jahren ist halt die Frage, ob man dem mehr an Säure auch genügend „rote Aromatik“ entgegenstellen kann oder ob viel grünes Zeug von Paprika bis Marienkäfer den Weg nach vorne findet, letztes ist bei den unteren Ebenen der Qualitätspyramide ja dann recht oft der Fall…
      Bis bald!
      VG vom Erich

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