Südtirol in dunkelrosa – Relaunch

Nach etwas über einem Jahr war gestern mal wieder der

2016er Perrosè – De Silva – Vigneti delle Dolomiti IGT, Peter Sölva, Südtirol

dran, mal sehen, wie dem Dunkelrosé das zusätzliche Lager zu Gesicht steht:

Im Glas ein recht dunkles, aber transparentes Blutrot, fürs Näschen gibt’s rauchig-speckig rote Bitterorangen und schwarze Johannisbeeren, später auch Granatapfel. Am Gaumen dann von ordentlich Säure umwobene, wieder rauchig-herb und leicht adstringierende Rotfrucht in der zweiten Reihe, dazu ein paar dezente, aber bestimmende Bitterchen aus der holzigen Ecke; im Hintergrund ein paar vulkanische Steinchen. Der Abgang ist sehr lang, warm und würzig mit recht reduzierter Frucht.

Sehr intensiv-würzig-rauchiger Rosé, der eigentlich die Rosé-Grenze schon überschritten hat, kam aber auch bei Rotweinphobikern äußerst gut an! Hat sich vor allem auf der mineralischen Seite deutlich verändert, das Niveau ist nach wie vor erfreulich hoch…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 21. April 2018:

Es ist zwar anteilsmäßig nicht viel an rosa Weinchen, was ich so konsumiere, das hat aber nichts damit zu tun, daß ich dieser Weinfarbe grundsätzlich weniger zugeneigt bin; vielmehr stelle ich halt immer wieder fest, daß die guten Sachen hier besonders rar sind. Und: die meisten Weingüter haben gerade mal einen „Alibi-Rosé“ im Sortiment und der ist dann sehr oft recht lieblos zusammengekeltert. So jedenfalls mein Eindruck, wie er sich in den letzten Jahren so gebildet hat. Auch aus Südtirol habe ich noch nicht viel Rosé getrunken, einen von Elena Walch, der jung ganz nett ist sowie einen aus dem Hause Manincor, dem ich auch Reifepotential zuschreibe. Von Peter Sölva aus Kaltern gab’s in der Vergangenheit auch nur einen Rosé an der Basis, den habe ich vor gut 3 Jahren mal vor Ort probiert, war aber nicht so mein Fall, der spricht aus meiner Sicht eher den „typischen Rosétrinker“ an, wenn ich das Klischee hier mal bedienen darf. Nun gibt’s aber auch in der höheren „DeSilva“-Reihe im ersten Jahrgang den

2016er Perrosè – De Silva – Vigneti delle Dolomiti IGT, Peter Sölva, Südtirol

den wir zum Auftakt der Grillsaison gestern als ersten Wein geöffnet haben. Dieser Rosé ist eine Cuvée aus den Saftabzügen von Cabernet (wahrscheinlich C-Sauvignon und C-Franc), Merlot und Lagrein, welche für den „Amistar Rosso“ in vollreifem Zustand geerntet wurden.

Die Farbe ist ein deutliches Ziegelrot mit einiger Transparenz, könnte auch gut als Spätburgunder durchgehen. Riecht dicht nach Amarena-Kirsche und Erdbeere mit ordentlich Minze riechend, ohne dabei ins plakativ-dropsige abzugleiten. Dahinter eine sanfte Tabak-Vanille-Holzaromatik. Am Gaumen kommen fruchtseitig eher Granatapfel und rote, frische Pflaumen zur Geltung, das Holzaroma ist hier etwas dichter und würziger. Dazu gibt’s eine sehr animierende Säure, die mit dem doch recht amtlichen Extrakt (incl. ein bißchen dunklem Karamell) super zurecht kommt. Hallt auch recht lange nach, das Holz und die leicht süßliche Frucht wirken auch hier aufgrund der Säure durchgehend belebend.

Von den wenigen o.g. Südtiroler Rosés, die ich so kenne, ist das hier absolut der beste bis jetzt, aber auch generell spielt dieser Saft ganz oben in dieser Farbliga mit. Trotz nicht wenig Gehalt ist er bei 27 ºC im Garten durchweg erfrischend und kein Stück sättigend.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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