Aus der Reihe gefallen… – Relaunch

Gestern Abend habe ich nach über zwei Jahren wieder eine Flasche des

2013er Riesling – Randersackerer [Pfülben] -„Weinberg Mendelssohn“ – trocken – Qw, Schmitt’s Kinder, Franken

angetestet:

Die Farbe ist ein mittleres Goldgelb, das Bukett quillt gleich über vor Zitrusextrakt aus Zitrone, Limone und Pomelo plus etwas Tamarinde, ergänzt um was blauschieferiges. Geschmacklich setzt sich der Buketteindruck plus etwas saurer Orange in hyperfrischer Form fort. Dazu wieder diese deutliche schieferige Grundlage, bezüglich der ich mich frage, wo die am Pfülben (Muschelkalk) herkommt; ein paar Kräuterchen aus der Estragon- / Korianderecke spielen auch noch dezent mit. Der sehr lange Abgang ist wieder kernig zitrusfrisch und regt den Speichelfluß erheblich an.

Hat sich seit der letzten Öffnung recht signifikant entwickelt, erstaunlicherweise ist vom Kern- und Steinobst nix mehr übrig, der „Mendelssohn“ besticht nun durch seinen recht geballten und alterungsnotenfreien Frischemix aus Säure und Zitrusextrakt, ist dabei aber absolut gesichtsmuskelfreundlich. Wer’s lieber fruchtig-versöhnlich-ausgewogen mag, sollte doch besser bei etwas anders gestrickten Rieslingen zugreifen.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 18. Februar 2017:

…ist der heute geöffnete Wein hinsichtlich seiner Bezeichnung auf Front- und Rückenetikett:

2013er Riesling – Randersackerer [Pfülben] -„Weinberg Mendelssohn“ – trocken – Qw, Schmitt’s Kinder, Franken

Der „Weinberg Mendelssohn“ ist ein Teil der Lage „Pfülben“ und gehörte früher tatsächlich der Familie des (fast) gleichnamigen Komponisten. Die Trauben aus diesem Teil werden bis heute separat gelesen und verarbeitet. Früher war der Lagenname „Pfülben“ ebenfalls auf dem Etikett vermerkt, heute muß man selber wissen, wo’s genau herkommt. Das hat wohl damit zu tun, daß das Gut seit seiner VDP-Zugehörigkeit den eigentlichen Lagennamen aufgrund von Bezeichnungsregularien -insbesondere dem „Einweinprinzip“- nicht mehr nennen darf. Der Wein ist auch keine „Erste Lage“, wo er qualitativ eigentlich hingehören würde, sondern VDP-mäßig gar nix. Aber entscheidend ist ja, was hinten ′rauskommt…

Im Glas ein helleres Goldgelb, die Nase findet anfangs sehr wenig, aber mit ein bißchen Zeit zeigen sich dann schon vielschichtige und deutliche Aromen aus der Stein- und Kernobstwelt: vor allem Weinbergspfirsich, mürber Apfel, etwas Quitte. Geschmacklich sind die oben genannten Früchte ebenfalls vorhanden, durch eine recht intensive Limetten- und Pampelmusenaromatik gepaart mit der sehr frischen Säure wird der Riesling dann aber auf die deutlich beschwingtere Seite geholt. Hinter der Fruchtigkeit zieht dann langsam am Gaumen eine leicht schieferig anmutende Gesteinsnote auf. Der Abgang ist leicht und frisch, aber von einiger Ausdauer und hält vor allem die Zitrusnoten lange auf hohem Niveau.

Dieser Riesling ist ein eher filigran-frischer Vertreter in der Reihe der wirklichen und unwirklichen Ersten Lagen des Weinguts, dessen markante Säure perfekt dosiert ist.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: In der Nase fällt als erstes eine nun deutlich spürbare, kühle Mineralität auf, die gelbe Fruchtseite hat sich auch etwas intensiviert, wobei auch eine leicht säuerliche Fruchtkomponente in Form von weißen Johannisbeeren dazu gekommen ist. Am Gaumen holen die gelben Früchte etwas auf, ohne der Zitrusseite den Rang abzulaufen, die Frische leidet dadurch nur unwesentlich. Zu der gestern schon bemerkten Schieferigkeit (wo auch immer die herkommt) gesellt sich noch eine ganz kleine Eisennote. Auch der Abgang gewinnt leicht durch die deutlichere Mineralik. Insgesamt eine schöne Entwicklung, die ein Pünktchen mehr verdient.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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