Bodensee in Rosa – Relaunch

Schon wieder ist’s drei Jahre her, daß ich den

2015er Pinot Noir – Rosé – trocken – Qw, Kress, Bodensee

zuletzt im Glas hatte. Paßt aber ganz gut, da kann ich gleich mal schauen, ob auch dieser Jahrgang sich mit ein paar Jahren Kellerdasein schön weiterentwickelt:

Etwas zwischen Kupfer und Apricot im Glas, geruchlich reduziert-süßliche Granatäpfel, ganz leicht Waldhim- und -erdbeeren, auch Johannisbeeren, jeweils merklich von Rauch und Speck umwabert. Am Gaumen ist die Frucht ebenfalls erfreulich wenig primär mit ein paar „rosa Tanninen“ ohne Adstringenz; der nicht geringe Extrakt ist etwas kantig-kratzig auf die angenehme Art, dabei aber total trocken, die spürbare Säure sorgt für nicht geringen Trinkfluß. Die geschmackliche Basis bildet ein Gemisch aus schieferig-kalkiger und leicht lakritziger Würze. Der Nachhall hallt recht lang und präsentiert die würzig-reduktive Frucht recht distinguiert, aber dennoch deutlich.

Bei diesem Weingut hat mir der Rosé von allen Spätburgunderspielarten des Hauses immer weitaus am besten gefallen, vor allem die klassisch Roten mit oder ohne Holz waren mir immer deutlich zu deutsch. Insofern ist es für mich fast verwunderlich, daß ausgerechnet der Rosé in eine ganz andere stilistische Ecke schaut…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 30. August 2016:

Gestern im Anschluß an den Granit-Schäumer mal wieder ein Rosé, und zwar der, den ich bis jetzt über die letzten Jahre mit der größten Konstanz verfolgt habe:

2015er Pinot Noir – Rosé – trocken – Qw, Kress, Bodensee

Im Glas ein durchaus dichtes Lachsrosa, noch leicht perlend. In der Nase zeigen sich rote Bergäpfel und ebenso rote Granatäpfel. Am Gaumen würde ich die Reihenfolge umdrehen wollen: Granatapfel – Bergapfel. Danach auch ein paar Erdbeeren und Himbeeren, aber sehr dezent und fernab jeglicher Künstlich- oder Dropsigkeit. Dazu leicht Limette und ganz hinten eine leichte Lakritznote. Die Säure ist bei diesem Rosé eher unauffällig, verrichtet ihren Dienst aber recht gut, denn trotz ordentlichem Extrakt wirkt der Wein recht trocken und frisch. Der Abgang ist von schöner Länge und betont die verschiedenen Äpfel nochmals, der Fruchtextrakt winkt zum Abschied intensiv, ohne dabei durch übermäßige Süße satt zu machen.

Aufgrund der durchaus ähnlichen Aromatik eine schöne Fortsetzung zum oben verlinkten Blubberwasser! Dieser Jahrgang ist jetzt schon recht gut „bei’nander“, da haben andere Jahrgänge dieses Rosés deutlich länger gebraucht, um diese Dichte zu erreichen. Quasi wie eine vorweggenommene Reifung. Wohl eine Folge des 2015er Wetters. Wobei mir aufgefallen ist, daß die meisten Kress-Weine im aktuellen Jahrgang alloholmäßig zugelegt haben. Dieser hier ist allerdings bei seinen 13 PS geblieben, reicht auch. Mal sehen, wie sich das im Laufe der Zeit entwickelt. Jedenfalls bleibt dieser Wein einer meiner Lieblings-Sommer-Alltags-Terrassen-Rosés.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3

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