Bodensee-Reifeprüfung – Relaunch 3

Vorgestern gab’s die letzte Flasche eines Weins, der rebsortenmäßig eher zu den verpönten Gewächsen gehört, zumindest bei vielen Nerds:

2013er Grauer Burgunder – trocken – Qw, Kress, Bodensee

Im Glas ein deutliches Messinggelb, für die Nase gibt’s Sekundärfrucht in Form von Kaktusfeigen, Papaya, reifen Renetten und Mirabellen, dazu auch was ganz leicht nuß-nougatiges. Geschmacklich zeigt sich die Frucht ähnlich reduziert, der Wein ist einerseits leicht angecremt, dagegen steht rebsortenuntypisch relativ viel Säure, was dem Trinkfluß deutlich zugute kommt; eine leicht seifig-steinige Unterlage komplettiert das Ganze. Der Abgang ist von ordentlicher Länge, ist dabei stilistisch durchaus aus der Ecke, die man burgundisch nennen könnte, auch hier eine recht animierende Säure.

Von allen Basis-Grauburgundern, die ich so kenne, ist dieser hier nach wie vor sehr sehr weit oben anzusiedeln und er zeigt vor allem keinerlei Schwäche. Wenn alle GB’s so wären, gäb’s das allgemeine Grauburgunder-Bashing -welches ja auch seine guten Gründe hat- nicht.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 18. Dezember 2017:

Gestern nach der Einstimmung wieder mal auf besonderen Wunsch hin ein Bodensee-Weinchen. Da die Ergebnisse bei den Kress-Weinchen in leicht angereiftem Zustand in letzter Zeit ja etwas durchwachsen ausgefallen sind, war ich gespannt, wie sich dieser

2013er Grauer Burgunder – trocken – Qw, Kress, Bodensee

nun präsentiert. Vor gut einem Jahr fand ich ihn ja noch ganz passabel. Ob er sich nunmehr bereits im freien Fall oder noch im Steigflug befindet, wird nachfolgend verraten:

Sehr intensives Goldgelb im Glas, in der Nase dicht gelbfruchtig, reife Renette, Quitten, Khaki, Pfirsich, leicht Koriandersaat; am Gaumen überwiegt ebenfalls die oben beschriebene Frucht, dazu kommt auch etwas Honig; eine für einen GB erstaunliche Säurestruktur sorgt für fast spitze Frucht, trotz allen Gehalts. Die Säure bringt etwas herbe Zitrusfrucht mit, die sich bis in den langen und herb-fruchtigen Abgang zieht.

Dies ist nun wieder eines der erfreulicheren Erlebnisse aus der Überlinger / Hagnauer Bodensee-Kellerei. Vor allem die Säurestruktur hat sich deutlich zum Vorteil entwickelt, blind hätte ich den Wein vielleicht gar nicht in die GB-Ecke gestellt. Wenn mehr Rebsortenvertreter dieser Preislage um die 10 Euronen so daher kämen, hätte die Rebsorte vielleicht insgesamt ein etwas anderes Image…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 25. Januar 2017:

Mittlerweile ist schon wieder gut Zeit vergangen, seit ich den

2013er Grauer Burgunder – trocken – Qw, Kress, Bodensee

zuletzt im Glas hatte. Da die Weine aus dem Hause Kress ja ein bißchen unterschiedlich reifen und in jüngerem Stadium teils deutlich schöner sind als im eher zarten Alter von 3 bis 5 Jahren, nun mal eine weitere Reifeprüfung:

Die Farbe ist ein schon dunkleres, aber strahlendes Ockergelb, in der Nase Khaki, Mandarine, etwas Honig, am Gaumen auch leicht Mandarine und Orange, mehrheitlich jedoch wieder Khaki, ganz leicht Muskat, einige leicht herbe Steine als Unterlage. Für einen GB eine sehr schöne Säurestruktur, auch wenn quantitativ eigentlich gar nicht so übermäßig viel davon da zu sein scheint. Es reicht aber, um dem leicht gereiften Extrakt eine schöne Frische gegenüber zu stellen. Der Abgang ist von deutlicher Länge und lebt von der immer noch frischen, aber gereiften Fruchtaromatik.

Hier funktioniert das mit der Reifung soweit ganz gut, ein bißchen kann der GB sicher auch noch…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 16 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 14. Mai 2015:

Heute habe ich mal wieder einen

2013er Grauer Burgunder – trocken – Qw, Kress, Bodensee

im Glas. Ich mag diese Rebsorte eigentlich sehr gerne, aber meist fehlt mir bei diesen Weine die nötige Frische bzw. sind mir die Weine zu breit und / oder anstrengend. Zum Glück ist das hier etwas anders:

Im Glas zeigt sich der GB hell, aber doch leicht honiggelb. In der Nase klar Aprikose und Pfirsich, Honigmelone, etwas Quitte vielleicht, begleitet von einer dezenten Mineralik. Am Gaumen GB-typisch eine eher moderate Säure, dennoch genug, um dem Wein eine elegante Frische mitzugeben, dabei leichte Zitrusaromatik, aber die gelben Früchte bleiben dominierend. Die immerhin 13 PS sind gut verpackt. Sehr trocken einerseits, schöne leichte Extraktsüße andererseits. Mittellanger, dabei schöner Abgang.

Kein polarisierender Wein, aber auch kein anbiedernder Stoff, einfach schön und unkompliziert, aber dennoch anspruchsvoll gemacht.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

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