Rosa und trotzdem Wein – Relaunch

Gestern waren wir ein paar mehr Leutchen im Garten, da wurden auch einige Fläschchen geöffnet, die erste war ein

2016er [Cuvée] – Magali – Signature – Côtes de Provence AOP, Saint André de Figuière, Côtes de Provence

Die Farbe ist ein dunkleres Apricot, riecht nach Papaya, Cantaloupe-Melone und etwas Guave in recht eleganter, vor allem nicht plakativer Weise. Geschmacklich dann deutlich dichter, die exotisch-orange Frucht ist einerseits recht cremig, durch eine leicht pfeffrige Würze ergibt sich aber eine deutliche Spannung, die Säure hält sich regionstypisch eher im Hintergrund. Der Nachhall hallt schön lange, die Frucht auch hier recht potent und dennoch nicht vorlaut, auch hier wird langweilende Breite in erster Linie durch den Lemon Pepper vermieden.

Wenn ich mir die Beschreibung der Erstöffnung so ansehe, hat sich der Wein gar nicht drastisch verändert, er ist halt mit fortschreitender Reife ein Stück weit ernsthafter bzw. erwachsener geworden. Sehr schöne Entwicklung!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 20. Juni 2017:

Heute Abend bei immer noch knapp 30 dampfigen Graden aufgrund eines kurzen Gewitterregens gab’s Triangoli, gefüllt mit Limone und Mozzarella. Dazu habe ich mir dann mal wieder was rosanes eingebildet:

2016er [Cuvée] – Magali – Signature – Côtes de Provence AOP, Saint André de Figuière, Côtes de Provence

Dieses Roséchen ist eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Syrah, Cinsault und Grenache.

Im Glas ein etwas helleres Lachsrosa, in der Nase fast weniger Frucht als die noch dezente Braunwürze aus dem Holzeinsatz, man erkennt aber Granatapfel, anfangs leicht Himbeere (wird später mehr ohne parfümiert zu wirken) und Cantaloupe Melone. Das heißt jedoch nicht, daß das Bukett auf schwachen Füßen stehen würde. Am Gaumen eine schöne Mischung aus Cremigkeit, Frische, dem o.g. Fruchtkorb sowie etwas weißem Pfeffer. Der Nachhall hallt sehr schön auf der würzig-fruchtigen Seite, wobei auch hier der Pfeffer gut präsent ist.

Obwohl das hier der „kleinste“ von 4 Rosés des Hauses ist, würde ich auch hier schon von „richtigem Wein“ sprechen (den Begriff habe ich im Zusammenhang mit Rosé bei einem meiner Blogverfolger an anderer Stelle geklaut, muß ich gestehen). Weitab von jeglicher Belanglosigkeit ein Wein für den etwas gehobeneren Alltagsanspruch. Ich gehe übrigens davon aus, daß der Magali mit etwas Kellerzeit noch deutlich gewinnt, jedenfalls war das mit früheren Jahrgängen so.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 17 von 25

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7 comments on “Rosa und trotzdem Wein – Relaunch

  1. Hi Erich,
    stimmt schon – Rosé kann neben „Spaß machen“ auch durchaus anspruchsvoller oder richtiger Wein sein und der von Dir vorgestellter Rosé klingt nach einem solchen Wein.
    In welcher Preisklasse liegt der? ….. habe festgestellt, dass die Bereitschaft „mehr Taler“ für einen Wein auszugeben bei der Farbe Rosa deutlich abnimmt… Rot: klar darf teuer sein, Bubbles: aus einer bestimmten Reigion in F gerne auch etwas teurer, Weiß: nicht ganz so teuer wie rot, Rosa: bitte nix über 10 Euro…. komisch eigentlich oder?
    VG Patrik

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    • Hallo Patrik,
      der (oder die?) Magali kostet ziemlich genau 10 Euronen. Liegt wohl recht gut beim Durchschnitt dessen, was ich so normalerweise für Rosé ausgebe. Der Gesamtdurchschnitt liegt höher, aber das ist in erster Linie darin begründet, daß es gar nicht so viele Möglichkeiten gibt, für rosa Sachen deutlich mehr Geld auszugeben. Ok, für Schampus schon, aber das ist ja dann doch wieder eine andere Kategorie. Aber du hast ja auch schon im Einzelfall mal 30 EUR+ für Rosé ausgegeben, oder? Ansonsten denke ich nicht, daß mir die Farben oder Regionen generell unterschiedlich viel wert sind. Zumindest bilde ich mir ein, daß ich mich da nur vom Geschmack leiten lasse. Ich komme aber wohl auch insgesamt günstiger weg, weil die im Schnitt teureren Rotweine zahlenmäßig bei weitem nicht so stark in meinem Keller vertreten sind.
      Ich war ja vor ein paar Tagen auch beim Kränzelhof in Tscherms / Südtirol, da gibt’s auch zwei Rosés, einer davon liegt schon deutlich über 20 EUR/Fl. Wenn’s mein Fall gewesen wäre, hätte ich sicher zugelangt, war’s aber in dem Fall (leider) nicht, obwohl der rein objektiv gesehen sehr schön gemacht war…
      VG Erich

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      • Ja, viele „kostspielige“ Rosé gibt es wohl nicht, gibt der Markt wohl auch nicht her. In den meisten Köpfen ist Rosé ein weinartiges Getränk für den unmittelbaren Konsum im ersten Jahr, im Sommer, auf der Terrasse (und wenn’s ganz hart kommt mit Eiswürfeln drin). Dafür würd ich auch nicht viel ausgeben wollen.
        Die beiden teuersten Rosé, die ich hatte/habe sind der Rosé von l´Horizon und der Fleur de Pinot von Pataille – beide liegen (wenn fair kalkuliert) noch knapp unter 30 Euro, sind das aber voll wert – auch von der Fähigkeit zu reifen. Halt richtiger Wein 😉 .

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        • Deine Beschreibung des Rosé von Sylvain Pataille, die ich an anderer Stelle schon von dir gelesen habe, klingt durchaus animierend, obwohl meine bisher einzige Erfahrung mit diesem Weingut (2011er Marsannay) nicht sooo überragend war. L’Horizon dito, von dem Gut habe ich noch was rotes im Keller, das irgendwann demnächst mal dran glauben muß…

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          • Die Weißen von Pataille kenne ich noch nicht, nur einige seiner Pinots (unterschiedliche Lagen und Jahrgänge), die mir gut gefallen. Der Rosé von ihm ist allerdings schon besonders und eigentlich mein Lieblingswein von diesem Winzer unabhängig von der Farbe 🙂
            Ist noch ein Tick schöner und spannder als der l’Horizon.

            Morgen bin ich übrigens bei Chat Sauvage und auf deren Pinots und Chardonnays gespannt… den Rosé werde ich auch mal probieren 🙂

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