Gold aus der Provence – Relaunch 3

2012er [Cuvée] – L’Or des Pierres – Vin de pays du Var IGP, Domaine de Margüi, Côtes de Provence

Die Farbe ist ein helleres Goldgelb, in der Nase ein dichter Extrakt aus Zitronenschalen, gepaart mit deutlicher Vulkanik, vor allem Basalt; mit Luft wandelt sich das Ganze zum pampelmusigen hin. Am Gaumen ebenfalls ein dichter Mix aus Zitronen- (später auch Pampelmusen-) extrakt mit einiger Extraktsüße, ansonsten aber sehr trocken wirkend; dazu eine sehr belebende Mischung aus weißem Pfeffer, weißem Rauch und Basalt sowie Tuffstein. Die Säure ist sehr moderat, dennoch sorgen die vorgenannten Aromabestandteile für eine schöne Frische. Der Abgang ist sehr lang und betont den gepfefferten Zitrusextrakt, im Finale eine recht lange Salzspur.

Nachdem sich die Primärfrucht nun vollständig verabschiedet hat und mit Zitrus und Salzen die animierenden Komponenten die Oberhand gewonnen haben, stellt sich der „L’Or des Pierres“ wieder deutlich positiver in Szene. Wäre interessant gewesen, wo sich der Wein dann noch hinentwickelt hätte…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 15. Oktober 2017:

Heute gab’s nun schon die dritte Flasche des

2012er [Cuvée] – L’Or des Pierres – Vin de pays du Var IGP, Domaine de Margüi, Côtes de Provence

innerhalb meiner Blögchenzeit. Letztes mal habe ich hier ja einen gewissen Einbruch festgestellt; jetzt wollte ich wissen, ob sich der Wein weiter auf der Talfahrt befindet oder sich neuer Schwung im Glas zeigt:

Die Farbe ist immer noch ein etwas dunkleres Strohgelb, in der Nase zeigen sich etwas verhalten Rauch und Feuerstein, dazu in gebremster Form Lychee und Netzmelone, jedoch nicht von der breiten Seite, die diese Früchte gerne mal belegen. Am Gaumen dann gleich deutlich Lakritz und Süßholz, danach Muskat und etwas Nelke, schließlich schieben sich auch einige gelbe Früchte in Form von recht intensiver Lychee, Honigmelone und frisch gekautem Zuckerrohr nach vorne. Mit etwas Zeit tauchen auch die Akees und kandierte Mandeln wieder auf. Die Säure arbeitet eher im Hintergrund, wie ich das von provencalischen Weißweinen auch gewöhnt bin; der doch deutliche Extrakt wirkt aber dennoch nicht zu breit, die leichte Cremigkeit befindet sich noch auf der angenehmen Seite. Der Abgang ist recht lang und würzig-fruchtig, nicht wirklich frisch, aber auch nicht belastend, im Finale dominiert die Lakritze.

Wenn ich mir meine letzte Beschreibung so anschaue, gefällt mir der Wein heute wieder ein bißchen besser, auch wenn er meine 3er Nachkaufwertung nicht mehr erreicht. Das mag aber durchaus auch meiner geschmacklichen Entwicklung geschuldet sein, die sich bezüglich Säurestruktur in den letzten Jahren etwas gewandelt hat. Heute jedenfalls gibt’s:

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 06. Juli 2016:

Mittlerweile häufen sich die Relaunches (Neudeutsch!) auf meinem Blögchen, so nach ein bis zwei Jahren muß man eben mal wieder schauen, wie sich die Schätzchen im Keller entwickelt haben. Aktuell habe ich das mit dem

2012er [Cuvée] – L’Or des Pierres – Vin de pays du Var IGP, Domaine de Margüi, Côtes de Provence

probiert, der jetzt knapp ein Jahr Zeit hatte, sich weiter zu entwickeln.

Das Strohgelb ist wohl ein klein wenig dunkler geworden. In der Nase dominieren jetzt Feuerstein und roter Phosphor (Streichholzschachtelreibefläche), daneben ein paar getrocknete Pilze und später ein bißchen Waldhonig, auch noch etwas kräuteriges, geht allerdings mehr in die bräunliche Richtung. Am Gaumen spürt man etwas Rauch, dann wieder Rambutan und etwas Akee, einige Nüsse bis hin zur Bittermandel sowie ein paar herbe Steinchen. Mit etwas Zeit kommen dann auch noch zaghaft ein paar etwas gelbere Fruchtaromen zum Vorschein, z.B. Papaya. Die Säure ist eher medium, dabei ist der Wein doch recht cremig. Der Abgang wird von der Rambutan und später auch der Papaya in Verbindung mit rauchigen Aromen getragen und ist von ordentlicher Länge.

Insgesamt finde ich den Wein heute weniger komplex als vor einem Jahr, insbesondere am Gaumen fehlt ein bißchen was zum vollkommenen Glück. Ob der L’Or des Pierres nun generell schon abbaut oder sich nur in einem Zwischentief befindet, weiß ich nicht, vielleicht gibt es in ein oder zwei Jahren die Antwort darauf.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

Nachfolgend noch der Text der ersten Verkostung vom 29. August 2015:

Château Margüi bzw. die Domaine Margüi, wie es mittlerweile auf den Flaschen steht, ist ein kleines Bio-Weingut in the middle of nowhere, irgendwo bei Brignoles in der Provence. Aber mit genauen GPS-Koordinaten (auf der Website) für den problemlosen Anflug per Hubschrauber. Ein Freund von mir hat dieses Gut vor vielen Jahren mal entdeckt (ohne Hubschrauber) und seitdem werde ich mehr oder weniger regelmäßig immer wieder mit den Weißen und Rosés versorgt. Am Samstag wurde mal eine Flasche des

2012er [Cuvée] – L’Or des Pierres – Vin de pays du Var IGP, Domaine de Margüi, Côtes de Provence

geöffnet. Der Wein ist eine Cuvée aus 90 % Rolle (besser bekannt als Vermentino, so steht’s auch auf der Flasche) und 10 % Ugni blanc (auch bekannt als Trebbiano Toscano) und wird überwiegend im Stahl und zu etwa einem Drittel in Eichenfässern ausgebaut.

Recht helles Strohgelb im Glas, in der Nase sehr kräuterbetont nach Majoran, Rosmarin und Thymian, aber auch Zimt. Leicht rauchig. Dahinter Backapfel mit Mandeln, auch etwas Stachelbeere. Ein bißchen feuchter Keller und Blumentopf. Am Gaumen deutlich mehr Frucht in Richtung reifer Pfirsich, Rosinen und Rambutan. Die würzigen Noten decken sich mit dem Eindruck in der Nase. Die Säure ist eher moderat, das gleicht der Wein aber durch eine Cremigkeit der beschwingten Sorte aus. Die 13 Umdrehungen machen sich nicht unangenehm bemerkbar. Der Abgang ist durch die würzig-mineralische Seite dominiert und hält eine halbe Ewigkeit an.

So mag ich Frankreich in weiß: komplex und geschmeidig, vor Allem ein Wein mit ganz eigenem Kopf durch die nicht gerade üblichen Kanten. Ich kenne zumindest kaum was Vergleichbares.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3

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