Glaube∗Liebe∗Hoffnung

Ab und zu besorge ich mir mal ein paar Probierweine von einem mir empfohlenen Weingut, manchmal sind da aber auch Nieten dabei -no risk, no fun! Vorgestern war Zeit für Versuch Nummer drei von solch einem Gut, das mich bis jetzt nicht überzeugen konnte:

2017er [Cuvée] – Riesling – Glaube∗Liebe∗Hoffnung – trocken – Qw, Bergdolt-Reif & Nett, Pfalz

Das Ganze ist übrigens -wie ich erst im Nachgang festgestellt habe- kein reiner Riesling wie am Rückenetikett ausgewiesen, sondern eine Cuvée aus Riesling, Scheurebe und Muskateller sowie (laut Weinexpertise) möglichen weiteren Rebsorten. Diese Art der Kennzeichnung ist gemäß EU-Recht durchaus zulässig, wenn die genannte Hauptrebsorte mindestens 85 % Anteil hat.

Im Glas ein helleres Goldgelb, das Bukett wirkt recht unreif mit noch harten Nektarinen und Karambole, im Hintergrund leicht grasig; diese „Unreife“ ändert sich auch nicht, wenn das Bukett mit Luft etwas gelber wird. Am Gaumen macht sich anfangs noch etwas CO2 nützlich, so wird ein deutliches Zuckerschwänzchen zeitweilig einigermaßen im Zaum gehalten, die reine Fruchtsäure ist leider nicht in rebsortentypischer Konzentration vorhanden. Die Frucht auch hier etwas unreif-grünlich, ein bißchen Tuffstein als Unterlage kommt mit. Beim Abgang macht sich das kantige Fruchtextrakt-Restzuckergemisch am deutlichsten bemerkbar, hier schon leicht klebrig.

Solange der Wein richtig kalt ist (da rede ich von ca. 3 °C direkt aus dem Kühlschrank), funktioniert das mit der Erfrischung noch so lala, aber mit steigender Temperatur bzw. Schwinden der Kohlensäure wird’s dann irgendwann anstrengend. Ich denke, von diesem Weingut hab‘ ich erst mal genug probiert…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 13 von 25

Frevelhafter Nachtrag: da meine Frischeerwartung irgendwie gar nicht erfüllt wurde und wir dann noch etwas diesbezüglich ’rumgelästert haben, kamen wir dann noch auf eine dumme Idee: da der Wein mit dem anfänglichen Rest-CO2 ja doch zumindest etwas besser dastand, haben wir letztlich ausprobiert, wie sich der Wein als Sekt trinkt. Wie man das macht? Nun, für eine zweite, traditionelle Flaschengärung fehlten Zeit und Equipment, deshalb wurde der Rest (gut 2/3 der Flasche) in eine SodaStream-Flasche gefüllt und in dem zugehörigen Gerät mit Kohlensäure aufgeschäumt. Das führte zu folgenden Erkenntnissen: zum einen verhält sich Wein in diesem Maschinchen signifikant anders als Wasser, das Ganze schäumte nämlich begeistert über! Zum anderen ist der Wein dann tatsächlich deutlich angenehmer zu trinken, aber die unreife Aromatik bleibt natürlich eins zu eins. Die Aktion bringt dann schlußendlich vielleicht ein zusätzliches Pünktchen in der Bewertung. Ich hoffe, man sieht mir diesen Weinfrevel nach, aber mit einem g’scheiten Riesling wäre ich gar nicht in Versuchung gekommen…

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2 comments on “Glaube∗Liebe∗Hoffnung

  1. Da hat sich dieses Mal das Bestellen des Probepakets ja leider gar nicht gelohnt.

    Entgegen meiner sonstigsten Gewohnheiten habe ich mir zuletzt etwas vom ebenso empfohlenen Weingut Müller vom Mittelrhein bestellt – und bin bislang begeistert! Manchmal braucht’s wohl auch ein wenig Glück – zumal ja alle Geschmäcker verschieden sind.

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    • …ich habe bei einem meiner Weinhändler mal drei Flaschen des Gutes mitgenommen, da die Werner-Brüder mal Weine von dort probiert haben; die kamen da deutlich besser davon, auch der 17er „Glaube*Liebe*Hoffnung“, was mich fast ein bißchen wundert. Aber Geschmack und Gefallen sind halt auch nicht 1:1 übertragbar. Und anscheinend bewerte ich auch etwas strenger…

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