Zündender Pfälzer – Relaunch

Nachdem der vorgestrige Plan A erfrischungstechnisch leider nicht so der „Burner“ war, mußte nach gut zweieinhalb Jahren mal wieder ein „richtiger“ Rebsortenvertreter in Form eines

2014er Riesling – Wachenheimer – trocken – Ortswein, Dr. Bürklin-Wolf, Pfalz

d’ran glauben (hat ja schon mal als Plan B herhalten müssen, siehe unten):

Die Farbe ist ein leuchtendes Zitronengelb mit leicht goldenem Einschlag. In der Nase etwas verhalten und doch irgendwie dicht Zitrusextrakt in grün und gelb, dann einige herb-blaue Steinchen. Am Gaumen sehr frisch mit Zitronen und ein paar Limetten, klares Pampelmusenbitterchen, knackig-kernige Säure, wieder viele herbe, fast etwas zementige Steinchen. Der ordentlich lange Abgang ist ebenfalls stark zitrus- und säurelastig mit ordentlich Schotter im Hintergrund.

Mittlerweile sind sowohl die Nicht-Zitrusfrüchte als auch die ganze „zündende“ Seite Geschichte, es bleibt jetzt ein sehr klarer, steiniger, säurebetonter Wein übrig, der ungemein erfrischend wirkt (Ziel erreicht!), aber an Komplexität auch deutlich eingebüßt hat; deshalb aktuell nur noch

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 11. Januar 2017:

Zum Glück bzw. vorsichtshalber hatte ich heute auch was Richtiges zum Trinken dabei, denn der angediente Saft war dann doch nicht so überragend. Ausgewählt habe ich nach längerer Zeit mal wieder einen Doktorwein aus der Pfalz:

2014er Riesling – Wachenheimer – trocken – Ortswein, Dr. Bürklin-Wolf, Pfalz

Die Farbe ist ein eher unauffälliges Goldgelb, in der Nase zeigt sich aber gleich eine sehr dichte Feuersteinnase: roter Phosphor, Bariumchlorid sowie Karamell, aber auch sowas wie Süßholzraspel; dahinter nicht ganz verdeckt noch ein paar Fruchtfetzen in Form von hochreifer Ananas und Limettenzesten. Am Gaumen können sich die Früchte in Form von Ananas und Pampelmuse etwas mehr durchsetzen, die zündende Mineralik zieht sich hier in die hinteren Reihen zurück ohne dabei bedeutungslos zu werden. Der Riesling hat eine recht zupackende Säure, die mit etwas Luft und Temperatur (etwas Wärme tut diesem Wein recht gut!) geschmeidiger wird. Mit ihr kommt aber auch eine leicht herbe, fast pelzige Note daher, die ein bißchen an Maracuja erinnert. Ist aber -auch wenn’s sich anders anhört- sehr angenehm. Der Abgang ist recht ausladend, Frucht, Säure und Mineralik spielen hier nochmals schön zusammen und lassen einen recht lange nicht zum Glas greifen; nicht weil man müde ist, sondern weil man immer noch genügend Aromen im Mund hat.

Ich habe nun schon länger keinen 10 Euronen-Wein mehr getrunken, der solch ein fettes Preis-Leistung-Verhältnis bietet. Dabei ist der Wein selbst bei allem Gehalt von der Struktur her eher schlank und frisch, bezüglich seiner Aromenstruktur aber vielschichtig und eigenständig und die Komponenten stehen Hand in Hand im Kreis da. Insgesamt für einen auf mineralische Frische getrimmten Ortswein einfach perfekt.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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2 comments on “Zündender Pfälzer – Relaunch

  1. Nachdem ich schon einige Male die Pfalz war und dort insbesondere Deidesheim bzw. Forst besucht habe, ist es schön, wieder einmal einen Preisleistungstipp von einem der hier beheimateten VDP-Weingüter zu lesen. Grundsätzlich empfinde ich nämlich speziell das dortige Einstiegsniveau als relativ hoch bepreist.

    Ich habe daher in der Vergangenheit immer das Weingut Nikolaus Werlé in Forst angefahren. Herr Werlé bewirtschaftet bekannte Lagen wie Forster Ungeheuer, Forster Pechstein und Ruppertsberger Reiterpfad. Die Preise bewegen sich etwa um 10 EUR. Dafür gibt es sehr solide und meines Erachtens authentische Leider gibt es keinen Internetauftritt oder Ähnliches.

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    • Willkommen hier beim Stöbern!
      Das mit dem teils hoch bepreisten Einstiegsniveau in der VDP-Pfalz kann ich in gewisser Weise nachvollziehen, z.B. sind die roundabout 10-Euro-Flaschen von Von Winning alle ganz nett, aber irgendwie fehlt den Weinen dann doch was. Da macht’s dann eher weiter oben Spaß. Anders dann abseits des VDP z.B. beim Winzerverein Deidesheim, da hatten wir bei einem Lagenwein vom Grainhübel auch bereits unter 10 Euro sehr viel Freude im Glas…
      VG Erich

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