Ein 800er – Relaunch

Der gestrige „Hauptwein“ war einer, der zuletzt vor fast 3 ½ Jahren in unseren Gläsern zeigen durfte, was er kann:

2014er Sauvignon [blanc] – 800 – Südtirol DOC, Thurnhof, Südtirol

Farblich ein dunkleres Strohgelb mit leichten grünen Reflexen. Riecht gleich deutlich sauvignonig nach Stachelbeere, etwas nicht ganz reife Reneclaude, weiters Estragon und ganz leicht Koriander; mit etwas Luft auch leicht feuchtes Frischholz. Am Gaumen ebenfalls in erster Linie grün, aber eben nicht soo grün, hier kommen mit der prägnanten Säure auch leicht Limette und Pampelmuse nebst dezentem Bitterchen mit, steinmäßig sind das für mich etwas angebräunte Kiesel, auch hier kommt mit Luft noch ein bißchen grüne Braunwürze sowie saures Lakritz dazu. Der Nachhall hallt ordentlich lang, das ist der würzigste Part, auch wenn die Farbe Grün anfangs weiter dominiert.

Das ist nun ein einerseits deutlich grüner, kräuteriger SB mit leichten aufkommenden Holznoten, allerdings keineswegs „laut“ oder gar unreif wirkend, trotz deutlichem Gehalt sehr niederviskos, irgendwie auch unkompliziert bei gehobenem Anspruch. Etwas karger als beim letzten mal, was nun kein Nachteil ist; noch nicht am Ende seiner Zeit angelangt, allerdings denke ich nicht, daß sich der „800“ noch großartig nach vorne bewegen wird.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 15. April 2016:

Eigentlich wäre dies der richtige Wein für meinen 800sten Beitrag hier, aber ich war jetzt doch zu ungeduldig. Deshalb gestern bereits wieder einer der neulich aus Südtirol eingeschmuggelten Weine:

2014er Sauvignon [blanc] – 800 – Südtirol DOC, Thurnhof, Südtirol

Die Trauben stammen großteils aus Lagen in Unterinn am Ritten, die auf etwa 800 m Höhe liegen, daher der Name. Der SB wird komplett im Stahltank ausgebaut.

Ein helles Strohgelb zeigt sich im Glas, in der Nase einerseits gleich eine deutliche Stachelbeere, aber auch etwas grüne Paprika (baut mit der Zeit ab), Karambole, Korianderblätter und Dill. Und mal wieder nasse Terrasse. Am Gaumen wird das Ganze noch durch etwas gelbere Aromatik wie gelbe Pflaume, Mirabelle und Rambutan ergänzt. Mit der deutlichen Säure kommt auch noch Limette daher. Neben den grünen Kräutern hier auch noch ein bißchen was Braunes, dazu auch hier einige Steine, sie lassen der Frucht und den Kräutern aber die Oberhand. Der Nachhall hallt recht lange, ist dabei frisch-fruchtig und eher gelb-braun.

Trotz kühlem Jahr und hoch gelegener Lage fasziniert dieser Sauvignon blanc durch den Facettenreichtum in der Aromatik, es sind eigentlich alle möglichen Farben außer rot vorhanden. Der Säure steht auch genügend Extrakt entgegen, so daß man hier von frischer Eleganz sprechen kann. Trotzdem in der Gesamtcharakteristik eher kühl, aber alles andere als langweilig.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Die gelben Aromen sind jetzt auch in der Nase angekommen ohne die grünen ganz beiseite zu schieben. Am Gaumen sind die gelben Sachen ebenfalls etwas intensiver geworden, insgesamt wirkt der 800er jetzt voller und runder. Sehr schöne Entwicklung!

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