Aus Rot mach Weiß – Relaunch 2

Gestern gab’s noch einen Wein, den ich eigentlich schon abgeschrieben habe, da die vermeintlich letzte Flasche bereits vor gut zwei Jahren nur noch sehr wenig animierendes zu bieten hatte. Nun tauchte aber noch eine Flasche auf und ich dachte mir, ich probiere mal, ob sie wenigstens noch für eine Kürbissuppe gut sei oder ob ich ihn besser gleich über den Ausguß entsorge:

2013er [Spätburgunder] – Blanc de Noir – trocken – Qw, Kress, Bodensee

Im Glas ein recht sattes, bräunliches Messinggelb, riecht nach leicht anfermentierten und kompottierten Äpfeln, kleiner Sherry-Hauch. Schmeckt nach Apfel-Zitronenkompott mit schöner, etwas mit fermentierten Orangen durchsetzter Säure. Der durchaus ordentliche Abgang zeigt dann noch einige dunkle Salze, das Finale ist ein bißchen morbide-frisch tertiärfruchtig.

Ich denke, der Wein ist nun tatsächlich klar am Ende, aber er bäumt sich da erstaunlicherweise nochmal deutlich auf; jedenfalls sind die ganzen jenseitigen Aromen in diesem Fall noch recht belebend. Ob die vorherige Flasche einen Fehler hatte? Allerdings hat dieser Wein einen Glasstöpsel, daher ist aus meiner Sicht eine solch signifikante Flaschenvarianz doch eher unwahrscheinlich. Ich habe dann übrigens gut die Hälfte für die Kürbissuppe verwendet, die andere Hälfte wurde mit erstauntem Spaß beim Kochen nebenher weggelitert. Jedenfalls war’s eine recht positive Überraschung, welche meine Wertung wieder deutlich nach oben schnellen läßt!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 21. November 2017:

Heute mal ein Relaunch von einem Wein, den ich vor gut 3 Jahren zuletzt probiert habe. Die Weine von einem meiner bevorzugten Bodensee-Weingüter sind zwar in ihrer Jugend allesamt recht schön, aber bei den leicht angereiften Sachen hatte ich dann doch schon mal den ein oder anderen Ausfall. Deshalb jetzt mal wieder eine Riefeprüfung mit dem

2013er [Spätburgunder] – Blanc de Noir – trocken – Qw, Kress, Bodensee

Die Farbe ist ein mittleres Goldgelb mit ganz leichtem, rötlichen Touch. Für die Nase gibt’s anfangs recht viel Gemüse: Weißkohl und Sellerie. Das flaut mit der Zeit zwar ab, verschwindet aber innerhalb von gut einer Stunde nicht ganz. Dann kommen langsam die ersten Früchte ’raus: mit sehr reifer Quitte fängt’s an, dann kommen auch einige Mirabellen durch; das Ganze wird von etwas Schlämmkreide begleitet. Am Gaumen ist der Eindruck ähnlich, hier ist die Mineralik etwas seifig, die Säure ist zwar an sich recht gut beieinander, aber der Wein wirkt trotzdem insgesamt recht unaufgeräumt. Der Abgang ist dann leider auch leicht seifig.

Dieser Blanc de Noir ist nunmehr leider auch nicht mehr das, was er mal war. Eigentlich schade, 4 Jahre sollten für so einen Wein der 10+ Euronen-Klasse eigentlich kein Problem sein…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 13 von 25

Nachfolgend noch der Texte der Verkostung vom 18. Dezember 2014:

2013er Blanc de Noir – Spätburgunder – trocken – Qw, Kress, Bodensee

Noch was Schönes vom Bodensee: Ein Wein, den ich blind sicher nie erkannt hätte. Nicht, daß es sich um einen Blanc de Noir handelt und den Spätburgunder schon gar nicht.

Am ehesten hätte ich wohl noch auf einen Grauburgunder getippt, da er eher wenig saure Aromen hat. Ein bißchen reife Aprikose, etwas Quitte, insgesamt eine sehr eigenständige Stilistik. Auch dieser Wein bleibt relativ lange am Gaumen kleben und trotz der nach meinem Gespür wenig vorhandenen Säure trinkt sich der Wein sehr leicht und frisch.

Sehr schön gemacht!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

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