Sauvignon auf der gelben Seite – Relaunch – Contra

Nachdem die letzte Flasche des

2013 Sauvignon [blanc] – Mantele – Südtirol DOC, Nals-Margreid, Südtirol

vor ein paar Wochen schon auffällig weit gealtert war, habe ich heute die allerletzte Flasche davon aufgezogen, um zu prüfen, ob die vorhergehende einen Schlag hatte; und wenn nicht, dann ist’s eh höchste Eisenbahn:

Die Farbe ist eine Art orangebraunes Altgold, riecht nach anoxidierter Frucht, jedoch eher auf die leichte Art, könnten mal Pfirsiche und / oder Khaki gewesen sein, dazu sehr graues, sehr altes Fichtenholz. Am Gaumen ist dann noch etwas mehr Substanz vorhanden, hier ist der gealterte Fruchtrest aus Khaki, Pfirsich und Mango einerseits filigran, aber doch auch mit Nachdruck unterwegs. Neben einer durchaus noch belebenden Säure spielen auch einige morsche Holzaromen, angestaubter, milder Pfeffer und dezent muffige Tropfsteinhöhle mit. Der Abgang ist bei schöner Geschmeidigkeit von ordentlicher Länge und präsentiert nochmals die leicht oxidierte Frucht mit hoher Eleganz.

Diese Flasche des Mantele präsentiert sich nun auch nicht wirklich jugendlicher als die vorige, befindet sich jedoch in einem komplett anderen Alterungsstadium; was wiederum sehr anschaulich zeigt, wie aussagefähig Verkostungsnotizen zu nicht mehr ganz jungen Weinen sind, vor allem wenn sie mit einem Naturkork verschlossen waren. Der Spaß im Glas war ungefähr genauso groß wie vor ein paar Wochen (vielleicht ein bißchen größer), wenn auch komplett anders, weil viel feiner, fast schon zerbrechlich, aber durchaus selbstbewußt.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgénd der Text der Verkostung vom 01. September 2019:

Heute war mal wieder Südtirol dran, ich hab‘ mir einen angereiften SB aus der Nals-Margreid-Ecke des Kellers eingebildet:

2013 Sauvignon [blanc] – Mantele – Südtirol DOC, Nals-Margreid, Südtirol

Die Farbe ist ein leicht ins Apricot tendierendes Bernstein, für die Nase gibt’s frische, oxidierte Frucht wie reduzierter Backapfel mit ein paar wässrigen Honigaromen und etwas Lignin, am Gaumen dann eine etwas ungewohnte Kombination aus Frische und oxidierter Frucht, die wiederum auch reduktive Noten im Gepäck hat. Dazu gesellt sich eine Art vermodertes Holz mit Ziegenbart (eine Pilzart), die Säure hält das Ganze auf der recht beschwingten Seite. Der Abgang ist von schöner Länge, hier gibt’s etwas saures Karamell und wieder eine beschwingte, wenn auch leicht morbide Säure.

Ich weiß nicht, ob das nur die normale Alterung des Mantele ist oder ggf. die Flasche bzw. der Korken nicht ganz koscher war, letzterer sah zumindest ein bißchen komisch aus, TCA gab’s aber kein’s. Interessant ist für mich die Mischung aus Oxidation und etwas Reduktion sowie diese leicht morbide Frische. Die Rebsorte erkennt man mittlerweile überhaupt nicht mehr, ein allzu langes Leben hätte zumindest diese Flasche nicht mehr gehabt, aber sie machte doch noch einigen Spaß.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachfolgénd der Text der Verkostung vom 28. Januar 2017:

Ich habe gerade festgestellt, daß ich den letzten „Mantele“ wohl kurz vor dem Start meines Blögchens im Glas hatte, er ist hier also ein Neuzugang:

2013er Sauvignon [blanc] – Mantele – Südtirol DOC, Nals-Margreid, Südtirol

Der „Mantele“ stammt aus einer tiefer gelegenen, gleichnamigen Lage unweit von Nals, er wurde teilweise im Stahl, teilweise im Holz ausgebaut.

Schönes Goldgelb mit Hang zum Honig im Glas, in der Nase gelb sauvingonig mit Jostabeere, reifer Karambole, Estragon und leicht Minze. Geschmacklich viel frisch-gelbe Frucht, zur Jostabeere und der Karambole kommen noch Khaki und etwas Mirabelle, ein Rest Holunder sowie ein paar Grapefruitzesten dazu. Die Kräuterseite ist hier auch gut ausgeprägt, dazu kommt noch etwas Braunwürze in Form von Nelke und leicht Lakritz, vielleicht ein Hauch Teer. Die Säurestruktur ist einfach perfekt, der fast überbordende Extrakt wird strikt auf der frischen Seite gehalten. Auch der Nachhall hallt eine halbe Ewigkeit, ist dabei geprägt vom intensiven Fruchtextrakt, wobei dessen Süße komplett auf der frisch-angenehmen Seite angesiedelt ist.

Sehr viel besser kann man einen intensiv-frischen Sauvignon kaum machen. Macht sehr viel Freude und flutscht dabei schneller, als es einem lieb sein kann. Er fängt jetzt an, leichte Reifenoten zu zeigen, aber da ist wohl noch Potential für einige Jahre im Keller!

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

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