Südtiroler MT-Alternative – Relaunch

Heute wurde ein Südtiroler Müllerchen aufgemacht; ich wollten wissen, ob sich die Eisacktaler Variante dieser dort nicht ganz so häufigen Rebsorte signifikant weiterentwickelt hat:

2014er Müller-Thurgau – Aristos – Südtirol Eisacktaler DOC, Eisacktaler Kellerei, Südtirol

Im Glas ein helleres Strohgelb, riecht blumig-fruchtig mit gelber Kaktusfeige und etwas Heu. Schmeckt wie’s riecht mit deutlicher Fruchtsüße, die aber nicht „frei“ daherkommt, die Säure ist gut bemessen und verhindert jegliche Breite, leicht seifige Salzigkeit als Unterlage. Der Abgang ist von ordentlicher Länge, auch hier trotz der leichten Fruchtsüße-Betonung keine Breitenwirkung.

Kein sonderlich komplexer Wein, hat diesbezüglich in den letzten zwei Jahren auch deutlich verloren, aber immer noch sehr schön strukturiert, dabei eigentlich keinerlei Alterungstendenzen. Für einen Wein aus dem preislichen Mittelbau der KG insgesamt nun aber doch etwas einfach; ich hatte mir eine „spektakulärere“ Entwicklung vorgestellt bzw. gewünscht, deshalb jetzt kein Nachkaufkandidat mehr…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 12. September 2017:

Wenn bei mir die Begriffe Müller-Thurgau und Südtirol in einem Atemzug genannt werden, ergibt sich für mich automatisch die weitere Assoziation „Feldmarschall“. Es gibt aber natürlich noch andere MT’s dort, die allerdings in der Regel nicht die Spitzenweine der Güter darstellen. Hier nun was aus der Mitte der Sortimentshierarchie:

2014er Müller Thurgau – Aristos – Südtirol Eisacktaler DOC, Eisacktaler Kellerei, Südtirol

Im Glas Strohgelb, das Bukett ist von Beginn an recht intensiv grün-würzig unterwegs, mit Stachelbeeren und Estragon in die Sauvignon- Richtung blickend; dazu kommen aber noch Karambole, Brennessel, ganz leicht Minze und eine größere Blumenwiese. Am Gaumen sind zusätzlich einige gelbliche, aber dennoch frische Aromen unterwegs, mit der prägnanten Säure kommen Limette und Zitrone mit. Ein paar kreidige Steine gibt’s auch, der Abgang ist recht lang, dabei frisch-grünwürzig mit schönem Säurebogen.

Kein „Feld“ -Ersatz, aber das will dieser Wein sicher auch gar nicht sein. Er ist eher ein „Edel-Saufwein“, flutscht perfekt, ist trotz deutlichem Gehalt leicht strukturiert, dabei sehr schön ausbalanciert und hat trotz der aromatischen Grünwürzigkeit nichts von dieser bei MT (und nicht nur da) recht verbreiteten Kaltvergärungsaromatik, die die Früchte gerne in die künstliche Ecke schiebt. Wieder ein sehr schöner Wein der Klausener Genossen. Diese werden zwar nach meinem subjektiven Eindruck weniger wahrgenommen als zum Beispiel die Nals-Margreider, qualitativ brauchen sie sich aber aus meiner Sicht keinesfalls zu verstecken.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

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