…vom anderen Stein

Das „Weingut am Stein“ von Ludwig Knoll liegt zwar mitten in der Lage „Würzburger Stein“ und das Gut hat dort auch einige Parzellen, die Großen Gewächse stammen aber von einem anderen, deutlich weniger bekannten Stein, nämlich dem in Stetten; das ist auch nicht gleich nebenan, sondern liegt etwa 20 km nördlich von Würzburg mainabwärts. Das Weingut schreibt dazu:

Der Stettener Stein zählt in Fachkreisen zu den spannendsten Terroir-Weinlagen Frankens. Das Kernstück der Großen Gewächs-Lage liegt – einem Hohlspiegel gleich – achtzig Meter über dem Main oberhalb der felsigen Schaumkalkbänke des unteren Muschelkalkes in einem halbkreisförmigen Bergeinschnitt. Die steilen, geschützten Weinbergsparzellen mit 50% bis 80% Hangneigung profitieren stark von dem Kleinklima, das sich durch die an der Felswand aufsteigenden warmen Luftmassen sehr schnell erwärmt. Der sehr skelettreiche, karge Oberboden stellt einen großen Wärmespeicher dar und ist schwer zu durchwurzeln. Dies zwingt die Reben über viele Jahre zur Ausbildung tiefer Wurzeln, die in den karstigen Charakter des Muschelkalkes hineindringen, was den Weinen große Mineralität und Eleganz verleiht.

Und nun gab’s zu einem standesgemäßen Essen folgendes GGchen:

2015er Silvaner – Stettener Stein – trocken – Große Lage – GG, Weingut am Stein, Franken

Die Farbe ist ein leuchtendes Goldgelb, in der Nase anfangs verhalten, im Laufe einer halben Stunde laufen dann reife Pfirsiche, Khakis sowie Physalis zur Hochform auf und werden von etwas hellem Tabak und einem Hauch Torf begleitet. Geschmacklich zeigt sich ebenfalls die Frucht von der intensiv-fluffigen Seite, dazu gibt’s recht ordentlich Säure sowie eine basisch anmutende Kalksteinstruktur, Tabak und Torf sind hier noch sehr dezent unterwegs. Der sehr lange Abgang ist dann wieder deutlich würziger, auch hier verhindert die Säure mögliche Anstrengungen aus der dichten Frucht gekonnt; die Mineralik hat hier auch einige blau-herbe Anteile.

Recht dichtes, noch klar fruchtbetontes Silvaner-GG mit schöner, frischestützender Mineralik. Ich gehe aber davon aus, daß dieses Weinchen mit ein paar Jahren mehr auf dem Buckel und mit Ausbildung einiger Silvaner-Reifenoten noch deutlich attraktiver wird, es folgt also nicht meiner Erkenntnis, daß viele 15er GG’s schon sehr früh in Zenitnähe sind.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 21 von 25

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