Fränkischer Burgunder – Relaunch – Nachtrag

Nach mittlerweile über vier Jahren der Erstbegegnung gab es gestern die zweite Flasche des

2014er Weisser Burgunder – Würzburger Stein – trocken – Erste Lage, Juliusspital, Franken

Farblich ein hell leuchtendes Goldgelb, fürs Näschen gibt’s angetorfte Gelbfrucht in Form von Nektarinen und mürben Äpfeln. Am Gaumen durch leichtes Rest-CO2, deutliche Säure und einen signifikanten Limetten- / Pampelmusenanteil sehr frisch, der Fruchtextrakt ist hier zwar weniger gelb, aber dennoch sehr dicht, die Torfnote ist hier nur gehaucht, dazu gibt’s noch ein paar Kräuter aus der Oregano-Ecke und etwas Kreide. Auch der lange, leicht kantig-prickelige Abgang ist von erheblicher Frische, vor allem was einen Weißburgunder angeht.

Dieser WB fängt jetzt an, dezente, schöne Alterungsnoten zu zeigen, setzt dem Ganzen aber viel Jugend und Frische entgegen, was zu einem hohen Grad an Beschwingtheit führt.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Die leicht torfige Note von gestern wurde nasal komplett durch Flint und blauen Rauch ersetzt, geschmacklich schwenkt die Mineralik ebenfalls ins Blaue. Die Gelbfrucht tritt etwas zurück, die Zitrusseite ist dafür umso expressiver, der Frischeeindruck wird nochmals verstärkt. Auch der Nachhall profitiert von diesem Frischeschub, gefällt mir jetzt noch etwas besser als gestern, es gab aber auch Stimmen, die das genau andersherum sahen…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 21 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 16. September 2015:

In der Reihe der durchaus preislich attraktiven Ersten Lagen vom Juliusspital gibt es auch den

2014er Weisser Burgunder – Würzburger Stein – trocken – Erste Lage, Juliusspital, Franken

den ich mir zwischen den ganzen fränkischen Silvanern und Rieslingen jetzt mal gegönnt habe.

Die Farbe ist ein mittleres Goldgelb, anfangs perlt der Wein noch ein bißchen. In der Nase ein reifes gelbfruchtiges Aroma nach Pfirsich und Quitte, begleitet von ein bißchen Nelken- und Vanillewürze, als ob der WB etwas Holz gesehen hätte. Am Gaumen ebenfalls Pfirsich und Quitte, aber auch etwas Banane und eine dezent buttrige Note. Weiters leicht Blutorange mit etwas Bitterkeit. Die oben beschriebene Würze findet man auch hier nebst ein paar salzigen Noten. Sehr trocken, dabei deutlicher Extrakt (passend zu den 13,5 Ampere), moderate, aber elegant frische Säure. Der Abgang sehr dicht auf der gelbfruchtigen Seite.

Am schönsten zeigt sich der WB, wenn er schon ein bißchen offen war, nur das erwähnte Bitterchen nimmt mit der Zeit etwas zu. Gehaltvoll, aber nicht belastend, für einen WB eine sehr schöne Säurestruktur. Kann man bereits jetzt schon sehr schön trinken, ich gehe aber davon aus, daß da noch einiges an Entwicklungspotential vorhanden ist.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

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