Atypische Qualität

Als Zweitwein habe ich heute noch aufgrund eines Überraschungsbesuches, der gut mit an der vorangegangenen Flasche genuckelt hat, diesen Österreicher aufgemacht:

2013er [Cuvée] – Heideboden – [weiß] – trocken – Qw, Claus Preisinger, Neusiedlersee

Dieser Heideboden ist eine Cuvée aus 60 % Chardonnay, 20 % Grüner Veltliner und 20 % Weißburgunder.

Im Glas ein sattes und leicht trübes, etwas urinöses Gelb, in der Nase viel weißer Rauch, Tuffstein, Basalt und angebrannte Weihnachtsplätzchen, dahinter sehr reife bis angematschte Frucht aus der Maracuja- / Khaki-Ecke. Schmeckt dann auch entsprechend naturweinig mit deutlich angemosteter und angegerbter Frucht und vielen weißen Tanninen, kernige Säure mit leichter CO2-Unterstützung, ordentlich weißer Pfeffer gepaart mit gelöschtem Kalk. Der Abgang ist dann deutlich cidre-armagnacig ohne jede Brandigkeit, dafür mit etwas Würze aus der Koriandersaatecke und einer tertiärfruchtigen Rauchkomponente im Finale.

Daß dieser weiße Heideboden noch die Qualitätsweinprüfung gepackt hat, wundert mich fast ein bißchen, andere Weine von CP mit dieser Stilistik sind mit „Landwein Weinland“ gebrandmarkt. Ist ein für den fast lächerlichen Preis von < 13 Euronen ein unglaublich stoffiger, vielschichtiger, außergewöhnlicher und recht eigenständiger, aber auch nicht zu freakiger Wein, der richtig viel Freude macht.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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