Frisch von der Donau – Relaunch

Ziemlich genau ein Jahr nach der Öffnung der ersten Flasche gab’s gestern mal wieder einen

2016er Grüner Veltliner – Riede Schlossberg – trocken – Qw, Ecker Eckhof, Wagram

Farblich ein mittleres, leuchtendes Goldgelb, in der Nase mürbere Äpfel, ein paar Sultaninen, ganz leicht Krautwickel, etwas alte Berghütte. Am Gaumen ist die Frucht leicht gepfeffert, bereits deutlich und schön sekundär, mit der gut ausgeprägten Säure kommt auch ein bißchen CO2 mit, unprätentiöses, aber doch prägendes, herb-bläuliches Steinbett. Der Abgang ist ein bißchen bizzelig, anreduzierte Frucht, die Säure wirkt hier am intensivsten.

Dieser GV ist jetzt gerade in der Übergangsphase zur Fruchtarmut hin, das aber sehr ausgewogen, keine aromatischen Löcher zu verzeichnen, wirkt auf mich sehr animierend. Meine Wertung fällt zwar heute nicht ganz so hoch aus wie bei der letzten Flasche, kann aber auch an der Tagesform liegen…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: vor allem in der Nase, aber auch sonst zeigt sich nun ein bißchen Torf, was den Wein insgesamt vielschichtiger und spannender macht, die Säure kommt zusammen mit dem weißen Pfeffer in allen Phasen immer noch sehr animierend daher.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 17. November 2018:

Heute gab’s mal einen vermeintlich einfachen, weil < 10 Euronen-Wein, wobei ich mir gerade beim Schreiben dieses Satzes denke, daß die deutliche Mehrheit der weintrinkenden Menschen jetzt wahrscheinlich mit den Augen rollen wird (bzw. würde, denn die lesen mein Zeuch ja eher nicht), weil diese sich größtenteils schon überwinden müssen, wenn sie mal für einen besonderen Anlaß einen 5-Euronen-Wein in den Einkaufswagen legen. Na gut, bei mir ist es halt eine Leidenschaft, für die ich gerne auch ein bißchen mehr Geld ausgebe, aber dennoch freue ich mich sehr, wenn ich für vergleichsweise wenig Geld viel Genuß ins Glas bekomme. Mal sehen, ob das beim

2016er Grüner Veltliner – Riede Schlossberg – trocken – Qw, Ecker Eckhof, Wagram

auch funktioniert:

Die Farbe ist messinggelb, geruchlich gibt’s dichte Frucht in Richtung Khaki und Mirabelle mit kalkig-tönernen Beigaben. Geschmacklich noch leicht bizzelig (Schrauber!), dieses CO2 wirkt zusammen mit der durchaus kecken Säure sowie dem weißen Pfefferl sehr animierend und wird um Pampelmusenzesten sowie Pomelo ergänzt. Die Mineralik kommt hier eher tuffsteinig daher. Der Abgang ist recht pfefferbetont, Frucht und Tuff sind in schöner Balance, die Säure(n) hat (haben) den nicht geringen Extrakt gut im Griff.

Aus 2016 hatte ich leider nicht gerade wenige „breite“ Donauraumweine im Glas, dieser GV zeigt klar, daß Frische auch in dem Jahr an der Donau möglich war. Viel Freude für eher wenig Geld!

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

4 comments on “Frisch von der Donau – Relaunch

        • …solange man das Zeug auch wegtrinken kann, bevor es deutlich über dem Zenit ist, ist ja alles im Lot. Bei mir hat sich im Laufe der Jahre herauskristallisiert, daß ein Bestand von 700 bis 800 Flaschen diesbezüglich gut funktioniert. Allerdings habe ich auch überwiegend weiße Sachen im Keller, die im Mittel dann etwa 5 Jahre liegen. Jemand, der überwiegend BDX im Keller hat, kommt da wahrscheinlich eher auf 2000+ Flaschen, Platz und monetäre Potenz vorausgesetzt…

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